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Die Weltgesundheits- Organisation erhöht die Warnstufe wg. Schweinegrippe
27.04.2009
Gegen die Panik
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am Montagabend die Alarmstufe für eine Grippe-Pandemie von drei auf vier erhöht. Die WHO befürchtet, dass sich die Schweine- grippe weltweit ausbreitet. In Mexiko hat sich die Zahl der Infizierten mittlerweile auf 1995 erhöht, die Zahl der Tote ist auf 149 an- gestiegen.

Der amerikanische Präsident Barack Obama hat die Schweinegrippe am Montag als "Grund zur Sorge, aber kein Grund zu Alarm" bezeichnet. Derweil hat sich die Zahl der bestätigten Schweinegrippefälle in den USA auf 40 erhöht.

Mittlerweile ist die Schweinegrippe in Europa angekommen. In Schottland sind zwei Fälle von Schweinegrippe bestätigt worden, auch Spanien bestätigt einen Fall. Dennoch ist das kein Grund für Panik. Zum einen scheint die Schweinegrippe nicht so infektiös zu sein, wie viele Medien das beschreiben.

Denn Mexiko-City hat ca. 20 Millionen offi- zielle, wahrscheinlich aber eher 26 Millionen Einwohner und mehr. Davon sind nun 149 vermutlich an Schweinegrippe gestorben. Nachgewiesen wurde das Virus bis Sonntag aber nur bei 20 Toten. Jeder Einzelfall ist selbstverständlich bedauerlich. Dennoch reichen 149 Tote bei über 20 Millionen nicht aus, um von einer richtigen Epidemie zu sprechen. Noch rät auch das Auswärtige Amt nicht von Reisen nach Mexiko ab. Doch bei Absagen von Mexiko-Reisen zeigen sich die Reisebüros kulant.

Zudem sind natürlich Zugang zu Vorsorge und Medikamenten in Europa oder anderen Länder der Ersten Welt weitaus besser als in Mexiko. So wie es derzeit aussieht, sind die Todesopfer dort weitgehend Angehörige ärmerer Schichten. Wie aus Mexiko, aber auch aus den USA berichtet wird, spricht das Virus durchaus auf virale Abwehrmedi- kamente wie Tamiflu an. Die Todesopfer hatten aber mehrheitlich nicht das Geld und die Möglichkeit sich Medikamente zu be- sorgen oder sich in ärztliche Behandlung zu begeben.

Schließlich sollte man bedenken, dass auch eine "normale" Grippewelle jedes Jahr Tausende von Toten weltweit fordert. Aber auch Krankheiten, die bei uns als nicht mehr als gefährlich gelten, wie beispielsweise Masern, fordern jährlich rund 60 000 Todes- fälle auf der ganzen Welt. In den Ent- wicklungsländern, besonders in Afrika, treten Masern-Erkrankungen noch immer sehr oft auf. Hier zählen sie zu den zehn häufigsten Infektionskrankheiten, wobei der Anteil töd- licher Verläufe besonders hoch ist.

Aber auch in den USA gab es 123 Todesopfer durch Masern bei der Masern-Epidemie 1989/1990. Doch selbstverständlich sind Todesopfer durch Masern lange nicht so spektakulär und medial verkäuflich, wie die Schweinegrippe.




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