Ein Beispiel: In Schleswig-Holstein werden bis 2015 die Hälfte aller Ärzte in Ruhestand gehen - Nachfolger? Keine! Der Ärztemangel werde in den nächsten Jahren vor allem das flache Land treffen. Davor warnte am Wochenende die KVSH, die Kassenärztliche Vereinigung in Schleswig-Holstein.
Der Verband Deutscher Betriebs- und Werks- ärzte (VDBW) wies auf seiner Herbsttagung in Lübeck darauf hin, dass arbeitsmedi- zinische Stellen immer häufiger nicht besetzt werden könnten, weil es an entsprechenden Fachärzten fehle. „Fast 50 Prozent aller Betriebsärzte in Deutschland sind 60 Jahre oder älter“, sagte VDBW-Präsident Wolfgang Panter.
Der KVSH zufolge werde der drohende Ärztemangel vor allem den ländlichen Raum treffen. Als Grund nannte sie in ihrem in Kiel vorgestellten Versorgungsbericht zum einen fehlenden Nachwuchs, weil der Beruf des niedergelassenen Arztes für junge Mediziner nicht attraktiv genug sei. Außerdem trage der demografische Wandel zur Arztknappheit bei. Immer weniger Ärzte müssten in Zukunft immer mehr ältere Patienten behandeln, sagte die kommissarische Vorstandsvor- sitzende der KVSH, Ingeborg Kreuz.
Die KVSH forderte vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Ärztemangels eine verlässlichere Gesetzgebung. „Wir sind re- formgeschüttelt“, sagte Kreuz. Die Un- berechenbarkeit der Verdienstmöglichkeiten verbunden mit hohen Investitionskosten halte viele Ärzte davon ab, sich niederzulassen. Die Honorierung ärztlicher Leistungen müsse einfacher und transparenter gestaltet werden. Um die flächendeckende medizinische |
Grundversorgung über die Gesetzliche Kran- kenversicherung zu sichern, dürfen laut KVSH angesichts begrenzter finanzieller Mittel und steigender Behandlungskosten auch Zu- zahlungen und Eigenbeteiligung von Pati- enten kein Tabuthema sein. |