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Zweierlei Impfstoff für Bürger erster und zweiter Klasse?
18.10.2009
Schweinegrippe
Die Südwestpresse in Ulm schreibt:

Doch den Gipfel der Unverfrorenheit haben die Berliner Staatenlenker jetzt erreicht. Für sie und ihre Beamten gibt es das risiko- ärmere Präparat. Und ein Schelm, wer den Grund dafür darin sucht, dass es um 75 Prozent preiswerter ist als das der Kon- kurrenz. Nein, "unglücklich" ist im Vorfeld der Massenimpfung nichts gelaufen. Es ist ein Skandal, wie Verantwortliche bei der Gesund- heitsvorsorge mit zweierlei Maß messen. Es ist extrem unverantwortlich, Bürger so zu verunsichern. Es wirkt überaus peinlich, dass Sonderwege für Politiker und Bürokraten noch mit scheinheiligen Argumenten gerechtfertigt werden. So verspielt man den Rest an Vertrauen vorsätzlich und gefährden das Ziel, eine Grippeepidemie zu verhindern.

Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung kom- mentiert dazu:

Staatsbedienstete sind schützenswerter als Kinder, Schwangere oder Alte. Wichtiger als du und ich. Die Entscheidung, die Bundes- regierung und hohe Beamte mit einem verträglicheren Impfstoff vor der Schweine- grippe zu schützen als den Rest der Bevölkerung, ist Ausdruck einer Zweiklas- senmedizin. Diese Entscheidung, die auch Bundeswehrsoldaten mit ins Boot der Privilegierten holt, wird die Impfbereitschaft in der Bevölkerung weiter senken. Denn sie bezweifelt, dass es tatsächlich einen wirksamen Impfstoff gibt. Sie fürchtet, dass schädliche Langzeitfolgen nicht ausge- schlossen sind. Die Zweifel sind berechtigt. So rät der Präsident der Deutschen Ge- sellschaft für Allgemein- und
Familienmedizin, Michael Kochen, den Hausärzten von der Impfung ab. Die Schäden überwögen.

Die Ostsee-Zeitung schreibt:

Eine Woche vor dem Start der lange ge- planten Massenimpfung stellt sich heraus, dass die Mächtigen dem Serum für die Allgemeinheit offenbar nicht trauen - aus welchen Gründen auch immer. Falls es die Angst vor den Nebenwirkungen ist, vor denen Kritiker der teuren Impfkampagne schon länger warnen, haben sie jetzt ein größeres Problem als vorher. Von Zweiklassenmedizin und Skandal ist die Rede, und einmal mehr davon, dass die Bundesregierung die Bevölkerung einem "Großversuch mit einem nicht getesteten Impfstoff" aussetze. Drei Nebenwirkungen stehen jedoch auch ohne weitere Tests schon fest. Die Pharma-Branche kassiert. Die Allgemeinheit zahlt. Und die Verunsicherung wächst weiter.

Die Neue Westfälische aus Bielefeld kom- mentiert:

Instinktlos. So darf man die Extra-Bestellung der Bundesregierung nennen. In der Sache ist Nüchternheit gefragt. Um schnell große Mengen eines Impfstoffs gegen eine Pan- demie herstellen zu können, haben GSK und Sanofi wenig Virengrundstoff in eine Impfe gepackt, den aber dafür mit Wirkverstärkern versehen, damit eine ausreichende Immun- antwort ausgelöst wird. Der Baxter-Impfstoff ohne Verstärker enthält dafür mehr Virengrundstoff. Warum Bund und Länder sich für Pandemrix entschieden haben, ist eine Frage, der noch nachzugehen sein wird.
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