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Weiterhin Rätselraten über die Herkunft der Ehec-Erkrankungen
03.06.2011
Merkel beschwichtigt Zapatero
Spaniens Bauern sind sauer. Sie haben nach eigenen Angaben bereits 200 Millionen Euro verloren, weil sie ihre Gurken nicht mehr nach Deutschland exportieren können. Zwar hat sich mittlerweile herausgestellt, dass spanische Gurken zwar mit Ehec infiziert waren, nicht aber mit jenem gefährlichen Stamm, der derzeit in Deutschland sein Unwesen treibt und inzwischen 19 Todesopfer gefordert hat. Doch auch wenn die Ursache der derzeitigen massiven Ausbreitung von Ehec nach wie unklar ist, hält die deutsche Regierung unbeirrt an ihrer Warnung vor Gurken, Tomaten und Salat fest.

Spanien hatte bereits am Mittwoch erklärt, rechtliche Massnahmen gegen die Hamburger Gesundheitsbehörde in Betracht zu ziehen und eine Wiedergutmachung zu verlangen. Da Deutschland aber keine EU-Regelungen verletzt hat, dürfte das schwer fallen. Am Donnerstagabend hatte Bundeskanzlerin Merkel in einem Telefonat mit dem spanischen Premier José Luis Zapatero Verständnis für die wirtschaftliche Notlage der spanischen Gemüseproduzenten gezeigt.

Zugleich hatte sie aber auch auf die Verpflichtung deutscher Behörden hingewiesen, die Bürger zu informieren. Zapatero wiederum hatte Mitgefühl für die Angehörigen der Opfer ausgedrückt. Gemeinsam kam man überein, auf europäischer Ebene Hilfe für die betroffenen Bauern zu suchen. Mitte Juni wollen sich die EU-Landwirtschaftsminister in Luxemburg zu einer Sondersitzung treffen.

Derzeit sind in Deutschland mehr als 2.000 bestätigte Ehec-Infektionen
sowie Verdachtsfälle aufgetreten. Rund 500 Patienten leiden an der schwereren Form des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS). Hauptsächlich betroffen sind Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachen und Nordrhein-Westfalen. Laut WHO sind inzwischen in zehn weiteren europäischen Ländern Ehec-Fälle aufgetreten, darunter in Österreich und der Schweiz. Alle Erkrankten sollen sich zuvor in Norddeutschland aufgehalten haben.

Laut dem Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) hat sich als grösste Übereinstimmung ergeben, dass 90 Prozent aller Erkrankten zuvor Gurken und Tomaten gegessen haben. Bei Salat sei der Prozentsatz nur wenig niedriger gewesen. Dennoch gebe es auch keine restlose Sicherheit bei Milch und Fleischprodukten, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung mitteilte. Allerdings seien diese Produkte anders als in früheren Fällen derzeit als Quelle eher auszuschliessen.

Laut dem Meinungsforschungsinstitut Forsa hat jeder zweite Deutsche seine Ernährung umgestellt. Doch anscheinend gibt es Unterschiede. Während die Verbraucher in den Geschäften offenbar grösste Zurückhaltung bei Gurken, Tomaten und Salat üben, scheint das für Restaurants nicht zu gelten. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband hat bislang keine grossen Veränderungen im Verhalten der Gäste festgestellt.

Dennoch bangen die deutschen Gemüsebauern um ihre Existenz. Laut dem Deutschen Bauernverband beläuft sich ihr Verlust bereits auf 30 Millionen Euro. Das treffe die Gemüsebauern besonders hart, weil jetzt Haupterntezeit ist. Eigenartigerweise ist laut dem Bauernverband
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