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Suche nach Ursache für Ehec-Infektionen weiter ohne Erfolg
06.06.2011
23 von 40 Proben negativ
Trotz zahlreicher Spuren und Indizien sowie intensiver Suche ist es den deutschen Behörden nicht gelungen, der Ursache für die seit zwei Wochen sprunghafte angestiegene Zahl an Ehec-Infektionen auf die Spur zu kommen. Auch der jüngste Verdacht konnte bislang nicht erhärtet werden. Von 40 Proben waren alle 23 bislang untersuchten negativ.

Am Sonntag war Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) mit der Meldung vorgeprescht, dass die Ursache für den Ehec-Erreger vermutlich in einem Biobetrieb im niedersächsischen Bienenbüttel zu suchen sei. Zwar räumte er ein, noch keinen definitiven Beweis zu haben, versicherte aber: „Die Indizienlage ist jedoch so eindeutig, dass das Ministerium empfiehlt, derzeit auf den Verzehr von Sprossen zu verzichten.“ In Asien waren 1996 mehrere tausend Menschen an einer von Sprossen ausgelösten schweren Ehec-Epidemie gestorben.

Der „Gärtnerhof“ hatte Sprossen nicht nur in das Lübecker Restaurant „Kartoffelkeller“ geliefert, wo 17 Personen erkrankt sind, sondern auch an Kantinen in Frankfurt und Darmstadt, wo ebenfalls Infektionen aufgetreten sind. Zudem stellte sich heraus, dass eine Mitarbeiterin des inzwischen geschlossenen Betriebes nachweislich an Ehec erkrankt ist.

Lindemann nahm den Betrieb jedoch in Schutz. „Wir können nicht erkennen, dass der Betriebsinhaber ein Verschulden an der Entwicklung trägt.“ Geschäftsführer Klaus Verbeck kann sich die Vorgänge nicht erklären. Nach seiner Aussage wachsen
die Sprossen nur aus Saatgut und Wasser. Gedüngt würden sie nicht, Auch sonst würde in seinem Betrieb kein tierischer Dünger verwendet.

Andererseits gibt es bei den Ehec-Patienten der Medizinischen Hochschule Hannover bislang keinerlei Hinweise auf den Konsum von Sprossen. Insgesamt sind bislang mindestens 21 Menschen an dem Erreger gestorben. Die Zahl der Ansteckungen ist auf über 1.600 gestiegen, hat sich am Wochenende allerdings verlangsamt. 630 Personen sind an dem gefährlichen Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS) erkrankt.

Vertreter der Opposition übten am Montag heftige Kritik an den zuständigen Ministern. „Ich frage mich, was der Gesundheitsminister und die Verbraucherministerin eigentlich machen“, sagte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast, früher selber einmal Verbraucherministerin. Es sei überhaupt kein Krisenmanagement zu erkennen. Deutschland brauche einen nationalen Kontrollplan mit einer Checkliste möglicher Übertragungswege.

Ihren Parteikollegin Bärbel Höhn assistierte: „Die Regierung hat diese Krise vollkommen unterschätzt und sich weggeduckt.“ Es wäre am Anfang viel aussichtsreicher gewesen, den Erreger schnell zu finden. Dem widersprach Prof. Andreas Hensel vom Bundesinstitut für Risikobewertung: „In drei von vier Fällen wird die Ursache überhaupt nicht gefunden.“

Trotz der nach wie unklaren Situation riet Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) am Montag vom Verzehr von Sprossen ab. Diese Empfehlung gelte, solange nicht alle Untersuchungen abgeschlossen seien. Auch die Warnung vor Gurken, rohen Tomaten und
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