Hautkrebs kann zukünftig mit einem Geruchs- test erkannt werden und macht die Entnahme von Gewebe und die dadurch verbundene Wartezeit überflüssig. US-Amerikanische Forscher der Gesellschaft dür Chemie in Philadelphia haben herausgefunden dass ein Mensch mit Hautkrebs anders riecht als ein gesunder.
Leidet ein Mensch an einem Basaliom - einem bösartigen Hauttumor - sondert er Stoffe ab, die sich in ihrer chemischen Zusammensetzung von denen gesunder Menschen unterscheiden. Aus der Zusam- mensetzung der Luft können die Forscher dann schließen, ob sich ein Tumor gebildet hat oder nicht.
Die US-Forscher haben 22 Freiwillige unter- sucht, elf hatten ein Basaliom, elf waren gesund. Unmittelbar über den Tumorstellen der Erkrankten entnahmen die Forscher Luftproben und verglichen diese mit den Proben der gesunden Studienteilnehmer. Tatsächlich hatten die Tumoren in der Haut eine eigene Geruchszusammensetzung.
Zwar enthält sowohl gesunde, wie auch kranke Haut dieselben chemischen Stoffe, allerdings ist die quantitativen Zusammen- setzung anders. Dadurch war das Geruchsprofil der Krebspatienten von dem der Probanden ohne Hautkrebs deutlich zu unterscheiden. Allerdings ist ein Test an 22 Freiwiligen noch keine repäsentative Ver- suchsreihe.
In Deutschland haben seit dem 1. Juli 2008 jeder über 35-Jährige alle zwei Jahre Anspruch auf eine Früherkennungsunter- suchung, die die Kassen bezahlen müssen. Bislang entfernt der Hautarzt ein Gewebe- stück, was schmerzhaft ist |
und muß es ins Labor schicken. Dadurch entstehen Wartezeiten für den Patienten. Mit dem neuen Geruchstest erhofft man sich zukünftig Hautkrebs früher erkennen zu können.
In Deutschland erkranken jährlich rund 140.000 Menschen an Hautkrebs. Die häufigste bösartige Form ist das Basaliom. Das maligne Melanom, der schwarze Haut- krebs, ist deutlich seltener: An ihm erkranken jährlich rund 15.000 Menschen neu.
Weil insbesondere UV-Licht eine ent- scheidende Rolle bei der Entstehung von Hautkrebs spielt, hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in seinem aktuellen Jahresbericht darauf hingewiesen, wie wichtig Sonnenschutz vor allem im Kindes- alter ist. "80 Prozent der UV-Lebensdosis erhält man im Alter bis zu 18 Jahren", sagte BfS-Präsident Wolfram König. "Der Körper reagiert erst nach vielen, vielen Jahren. Die Haut vergisst nichts."
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