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Eigentlich wäre der Freitag ein Grund zur Freude für Hamburg. Dann wird in der Hafen-City, dem neuen Wohngebiet im alten Hafen, drei Tage Richtfest der neuen Elbphilharmonie gefeiert. Bei dem Konzerthaus handelt es sich um das derzeit ambitionierteste Projekt zur Errichtung eines Musentempels weltweit. Ziel ist es, das weltberühmte Opernhaus von Sydney in den Schatten zu stellen. Noch aber ist man von diesem Ziel weit entfernt.
Um den Australiern Paroli zu bieten hat man das renommierte Basler Architektenduo Herzog & de Meuron verpflichtet. Die haben nicht nur Fußballstadien wie die Münchner Allianz-Arena oder das Pekinger Olympia-Stadion geplant, sondern auch die Tate Modern in London und das De Young Museum in San Francisco. Ihre Aufgabe war es, auf einem alten Kaispeicher, in dem noch in den 90-er Jahren Kakao gelagert wurde, einen großen Konzertsaal mit 2.150 Plätzen sowie einen kleinen mit 550 Plätzen unterzubringen. Hinzu kommen ein 5-Sterne-Hotel mit 250 Zimmern, 50 Luxuswohnungen sowie ein Parkhaus.
Herzog und de Meuron haben sich dafür eine Art gläsernes Schiff ausgedacht, das in 37 Metern Höhe auf den alten Kaispeicher montiert wird. Dazu wurden zusätzlich 620 Betonpfähle in den Elbschlick getrieben. Damit der bis zu siebzig Meter hohe Aufbau richtig zur Geltung kommt, wird er |
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nicht bündig aufgesetzt. Durch den Abstand entsteht eine Plaza in luftiger Höhe, die frei zugänglich sein wird. Die Scheiben sind Spezialanfertigungen, die in Padua gefertigt werden. Jedes der 1100 genau 4,3 mal 3,35 Meter großen Elemente ist ein Unikat, denn jede Scheibe hat einen anderen Aufdruck aus basaltgrauen Punkten als Sonnenschutz und Chrompunkten, die einen Spiegeleffekt ergeben.
Um in die Top Ten der weltbesten Konzertsäle zu gelangen, wurde mit dem Japaner Yasuhisa Toyota der weltbeste Akustiker engagiert. Um das richtige Material für einen Konzertsaal mit hellen Wänden statt der sonst üblichen dunklen Holzwände zu finden, hat Toyota zunächst ein Modell im Massstab 1:10 angefertigt. Darin wurden auf alle Plätze mit Filz bekleidete Stoffpuppen gesetzt. Eingedüster Stickstoff simulierte die Atemluft der Zuhörer. So kam man auf weisse Gipsfaserplatten (Gifatec).
Mit dem perfekten Klang ist allerdings nur die Hälfte des Akustikproblems gelöst. Denn die Elbphilharmonie liegt direkt am Wasser. Darum überträgt sich das Vibrieren vorbeifahrender Schiffe über das Wasser auf das Gebäude. Auch aus dem Parkhaus kommt Lärm. Deshalb werden die Konzertsäle an Federn aufgehängt, eine Technik, wie sie auch in anderen Konzertsälen praktiziert wird und auch z.B. bei einem Spital in Barcelona, das direkt neben der U-Bahn steht.
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