Ein Bonmot sagt: In wirtschaftlichen Krisenzeiten wird mehr Geld für Glücksspiel ausgegeben. Nicht so in diesem Jahr. Nicht so in Las Vegas. Die massive ökonomische Krise zeichnet sich dort schon das ganze Jahr lang ab. Die Umsätze brechen ein, die Zahl an Entlassungen nimmt zu.
Einzig Touristen von Ländern außerhalb der USA kommen in Strömen. Der schwache Dollar macht es möglich. Hinzu kommt, dass die amerikanische Rezession die europäischen Märkte bisher nur teilweise merklich getroffen hat. Bis die Krise dort einschlägt, profitieren die Vereinigten Staaten von der Reiselust derjenigen, die sich weder von Datenübermittlung, Gängelung bei der Einreise noch den immer noch relativ hohen amerikanischen Preisen schrecken lassen.  Mojave-Wüste vor Las Vegas

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So pulsiert also auch Las Vegas weiter vor sich hin. Trotz der Einschnitte der vergangenen Monate geht es der Gegend um Las Vegas, im Osten Nevadas gelegen, sehr gut. Die Region profitiert seit Jahren von massivem Zuzug - und wächst unaufhörlich. Inzwischen sind Las Vegas und Umgebung so stimmächtig, dass sie das bisher konservative Nevada in einen swing state verwandelt haben. Das konservative Hinterland kann sich dem Zuzug demokratischer Klientel kaum mehr erwehren. Viele erwarten deshalb, dass der Staat, der 2004 sehr knapp von George W. Bush gewonnen wurde, dieses Mal an Barack Obama geht.
Wildnis in der Ödnis
Um ein Bild von der legendären Sin City zu gewinnen, muss ich hoch hinauf. Vom berühmten Stratosphere Tower aus schaue ich auf die Stadt hinab. Aus über 350 Metern Höhe ist die Verrücktheit von Las Vegas gut zu erkennen. Mitten in der Wüste gelegen, dehnt sich die Stadt bis weit in die Sandebenen hinein. Swimmingpools - trotz der Wasserknappheit - überall. Nachts strahlt die Stadt hell in die Wüste. Ein spektakulärer Blick, als ich von der US 95 aus in die Stadt hineinfahre. |