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Stationen im Südwesten, 21.9.-30.9.2008
02.10.2008
In sieben Wochen durch die USA: Teil V
Der Südwesten der USA. Das sind Staaten, mit denen man in Deutschland wenig verbindet. Nevada ist bekannt wegen Las Vegas. Utah kennt man vielleicht wegen der Mormonen. Arizona wegen John McCain. Und New Mexico ist wenn überhaupt wegen illegaler Einwanderung oder Wasserknappheit in der Presse.

Was viele nicht wissen: Der Südwesten gehört zu den Wachstumsregionen der USA. Illegale wie legale Migranten aus dem Süden, Rentner wie junge Leute zieht es in diese Staaten. Viele kommen wegen der wachsenden Zahl an Jobs. Andere wegen der Wärme. Und wegen der Landschaft. Denn die Natur hier ist atemberaubend. Fairyland Trail im Bryce Canyon
Fairyland Trail im Bryce Canyon

Dynamische Grenzregion

Die ganze Gegend beeindruckt durch einen Reichtum an Unterschieden. Das gilt für Landschaften und Städte. So sehr mich das selbstzufriedene Flagstaff, Arizona, am Südrand des Grand Canyon nervt, berührt mich das südlicher gelegene Tucson, ebenfalls Arizona. Dort wirkt die für amerikanische Verhältnisse recht belebte Stadtmitte wie ein Wall gegen die darum herum liegenden Migrantenviertel. Die Stadt weiß nicht, wohin sie will. Und teilt diese Unsicherheit mit den anderen Grenzstaaten, in denen erbitterte Kämpfe über den Umgang mit den vielen Einwanderern ausgefochten werden.

Dort scheint man hin- und hergerissen zwischen einem Ja zur Migration und der totalen Abwehr. In vielen Städten begegne ich selbstverständlicher Zweisprachigkeit und buntesten Freundeskreisen. Zeitgleich werde ich während meiner Fahrten auf den Highways immer wieder gezwungen, mein Auto anzuhalten und Pass wie Visum vorzuzeigen. Die Border Patrol, der amerikanische Grenzschutz, führt tatsächlich Straßensperren durch und kontrolliert jedes Fahrzeug. Das ist beklemmend.
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