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Während bei uns der Winter nicht aufhört, beginnt in Spanien schon der Frühling. Die ersten Bäume blühen! Und für März oder April ist Madrid bereits eine empfehlenswerte Kurzreise in die Sonne! Madrid, das ist eine zutiefst preußische Stadt: Sauber, geordnet, bürokratisch. Madrid ist auch eine zutiefst südliche Stadt: Wein, Tapasbar, warme Nächte. Die Mischung macht Madrid so um- werfend...
Madrid ist so angenehm ruhig und geordnet - und das bei knapp 6 Millionen Einwohnern. Und doch gleichzeitig so voller Leben. Madrid, das ist der gelebte Widerspruch. Bürgerlich, erzkonservativ, katholisch, sauber, ordentlich - und alles funktioniert. Und doch ist Madrid auch Party-Stadt, jung, gay, ein Motor junger Mode, ein Motor der Avantgarde, getrieben und geprägt von Kunst und Kultur.
 Altes Telefonica-Gebäude, Gran Via, Madrid
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Madrid, das sind grandiose und weiträumig angelegte Straßen und Paseos, mit beein- druckenden klassizistischen Straßenzügen. Madrid das sind aber auch das Altstadtviertel voller kleiner, bunter Häuser, wunderbar gemalten und gekachelter Kneipen und Geschäfte.
In Madrid halten die Autofahrer bei Rot. Sie stoppen am Fußgängerüberweg, sie hupen nicht und am Taxistand bilden sich ordentlich aufgereiht Schlangen von Wartenden über die England neidisch werden könnte. Madrid, das ist aber auch eine Stadt voller Leben. Und das Leben beginnt nachts um 23 Uhr und endet erst morgens um 5 Uhr. Und alles auf der Straße. Das bedeutet: An Schlafen ist selbst mit Doppelverglasung am Hotelfenster nicht zu denken. Zumal in Madrid nachts zwischen ein und dei Uhr der Müll geleert wird.
Madrid - das ist eine Stadt voller Ecken und Kanten unter südlichem Himmel. Die Kellner in den Tapas-Bars sind schneller und ef- fizienter als in vielen Deutschen Städten. Wenn sie nur nicht so unfreundlich wären. Aber wer aus Berlin kommt, kann das ab.
Madrid ist eine Stadt in der Rezession - die Bankenkrise hat Spanien lange vor Deutschland heimgesucht. Madrid ist aber auch eine Stadt, die versucht ihre Würde zu behalten. Die Menschen gehen nach wie vor aus zum Essen, jeden Mittag. Plus dem obligatorischen Familienmittagessen in der Taperia jeden Sonntag. Unmöglich da einen Tisch zu bekommen.
Aber sie müssen sparen, die Madrillenen. Und sie sparen an der Kleidung. Ich kenne keine Großstadt, in der es eine ähnliche Anhäufung von Billig-Klamottenläden gibt. Ganz Madrid scheint da einzukaufen. Man sieht es. Madrid ist tagsüber keine schicke Stadt. Alles trägt Zara im Einheitslook blau braun und billig. Nachts ist das ganz was anderes. |
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