Er hat einen schön geschwungenen und muskulösen Hals, lebhafte Augen und scheint recht neugierig zu sein. Der schwarze Hengst - ein äußerst attraktives Exemplar der Menorca-Rasse - streckt seinen Kopf über die typisch menorquinische Trockenstein- mauer und schnaubt kurz. Eine nette Begrüßung für die drei Wanderer, die gleich von Sant Tomas aus entlang der Küste auf dem uralten „Camí de Cavalls“, wandern wollen.
Vielleicht sind ja schon die Vorfahren des Hengstes auf dem „Weg der Pferde“ getrabt. Es gibt verschiedene Theorien über den „Camí de Cavalls“, der früher - immer in Küstenähe - um die gesamte Insel führte. Manche Menorquiner vermuten, dass der Weg Teil eines Verteidigungssystems der Katalanen aus dem Mittelalter war. In diesem System vergab der König Ländereien an die Inselbewohner, die reich genug waren, um ein Pferd zu unterhalten und Waffen anzuschaffen. Berittene Patrouillen spähten vom „Camí de Cavalls“ aus auf das offene Meer und verteidigten im Falle eines Angriffs die Insel. Eine andere, seltener geäußerte Theorie besagt, dass der Küstenweg von den Franzosen angelegt wurde. Sie herrschten Mitte des 18. Jahrhunderts auf Menorca, der zweitgrößten Balearen-Insel. Ihre Herrschaft währte nur kurz - aber die Franzosen nutzten die Zeit: Sie brachten aus der Hauptstadt Mahon das Rezept einer Sauce mit. Als „Mahonnaise“ machen die Franzosen sie weltberühmt.
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Im Laufe der Jahrhunderte überwucherte der „Weg der Pferde“ - Rosmarinbüsche, Thymian oder Olivenbüsche verdeckten den Pfad. Seit 1993 ist die östlichste der Balearen-Inseln Biosphärengebiet. Mehr als 40 Prozent von Menorca stehen unter Naturschutz. Seitdem wurde der „Camí de Cavalls“ auf weiten Strecken rekonstruiert, Stufen wurden an einigen Stellen in den  |