Als ich New Orleans verlasse, trage ich kurze Hosen und ein T-Shirt. Anfang Oktober ist der Sommer ist hier noch voll im Gange. Die Blätter an den Bäumen sind grün und saftig. Die feuchte Luft ist voll vom Duft der Blumen, die in jedem Garten blühen. In den Sümpfen strecken sich wilde Lilien und entlang der Autobahn singen nachts die Zikaden.
Die Wüste, durch die ich fünf Wochen gefahren bin, scheint weit weg. Als ich auf dem Weg nach Mississippi durch die Sümpfe fahre, kommt mir die eigentliche Nähe zu Texas und New Mexico unendlich weit vor. Wochenlang habe ich kaum einen grünen Baum gesehen. Hier sprießt in jeder Ecke etwas.  Clarksdale, Mississippi

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Aber nicht nur die Landschaft unterscheidet sich von den Südstaaten. Die gesamte Atmosphäre ist grundlegend anders. Der Südwesten fühlte sich jung an, und dynamisch. Sogar die Rentner wirkten weniger alt als sie tatsächlich waren. Ich hatte oft das Gefühl, in einem von Geschichte unbelasteten Ram zu sein. Was natürlich eine Illusion war. Aber im Vergleich zu den Südstaaten und der Ostküste herrschte dort eine Leichtigkeit, die ich erst hier in den Südstaaten realisiere.
In Louisiana und Mississippi ist die Geschichte überall zu spüren. Man fühlt sie wie die feuchte Luft: überall, andauernd.
Vergangenheitstrümmer
Von Ranken überwucherte Hütten säumen die Straßen. Baumwollfelder strecken sich bis zum Horizont. In den Sümpfen hängen löchrige Schiffe im Schilf. Alte Alleen erzählen von ehemaligen Plantagen, die heute wenn überhaupt als Ruinen zu sehen sind. |