Neun Millionen Besuche verzeichnen die Parkranger im Great Smoky Mountains National Park pro Jahr. Und ich kannte den Park nicht einmal. Per Zufall bin ich hier gelandet, weil ich wandern wollte und den Highway satt hatte. Und weil mir ein herbstlicher Wald verlockender schien als die Städte in der Nähe: Nashville, Cookville, Knoxville oder Ashville.
Tennessee begrüßt mich schon an der Staatengrenze mit spektakulärer Buntheit. Ich habe den Indian Summer gefunden; das viel gerühmte Farbenfeuer, das Nordamerika jeden Herbst erstrahlen lässt. Ein deutscher Herbst ist nichts dagegen. Die Intensität der Farben, die Brillanz der Luft und die absurde Schönheit der Wälder bei Sonnenuntergang sind unvergleichlich eindrücklicher.  In voller Pracht: Die Smoky Mountains

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Jede Autofahrt, jeder Spaziergang, jeder Blick aus dem Fenster werden im Indian Summer zu einem Erlebnis, das weder in Bild noch Worten einzufangen ist.
Was bietet sich also mehr an, als das Auto in Richtung des Nationalparks zu lenken? Die Rocky Mountains, die sich von hier bis Montana und weiter nach Kanada erstrecken, sind in Tennessee von dichten Wäldern überzogen. Der Great Smoky Mountain National Park ist riesig, ein großes Loch auf der ansonsten von Straßennetzen überzogenen Landkarte. Bestes Terrain also, wenn die Lust auf Autofahren auf ein Minimum gesunken ist.
Anfahrt
So dachte ich zumindest. Auf dem Weg zum Park werde ich für meinen Optimismus mit dem heftigsten Stau meiner gesamten Reise belohnt. Von der Autobahnabfahrt aus führt eine lange Straße in Richtung des Parks. Entlang der Straße reiht sich Motel an Hotel, Restaurant an Diner, Bar an Supermarkt. Hier werden die Millionen Besucher versorgt, die jährlich den Park besuchen. Und ich habe Zeit, mir alles ganz genau anzuschauen. Drei Stunden dauert es, bis ich in Nähe des Parks in einem Motel sitze. Drei Stunden. Für 20 Meilen. Unfassbar. Die Smoky Mountains müssen jetzt also ganz besonders toll werden. |