In einem kleine Motel direkt am Strand höre ich die Brandung des Meeres. Leere Zimmer und niedrige Preise künden vom Ende des Sommers. In den Nachrichten überschlagen sich immer noch die Schreckensmeldungen von den Finanzmärkten. Ich schlafe trotzdem ein. Menschenwerk ist eben endlich.
Am nächsten Tag hat mich der Herbst eingeholt. Der Strand ist sturmüberflutet. Am Himmel jagen die Wolken. Salziger Meereswind schlägt überall ins Gesicht. Die gesamten Outer Banks sind eingetaucht in das Geräusch der brechenden Wellen.
Nun kommt also der Winter. Ich bin ihm entgegengefahren. Und habe viel gesehen auf meinem Weg. Ich war am Pazifik und am Atlantik, bin auf hohe Berge gestiegen und durch Wüstensand gestiefelt, habe Sonnenuntergänge in der Wüste und in Canyons bewundert, habe Moskitos im tiefsten Wald bekämpft und Alligatoren im Sumpf bestaunt, war in Gletscherseen und dem Golf von Mexiko, auf texanischen Prärien und kalifornischem Weinland. Nicht schlecht für sechs Wochen. |

Washington und New York City stehen noch an. Aber das Wichtigste meiner Reise ist in North Carolina zuende. Städte kenne ich, Hipster und Bussinessmen, Cafes und Clubs, U-Bahn und Bus. Kann auch Spaß machen. Aber der Welt ins Herz blicken kann ich da nicht. Oder der Welt einen Blick in meins erlauben.
Im Englischen wird unterschieden zwischen "trip" und "journey". Für beides verwendet man im Deutschen das Wort "Reise". Eins ist sicher: Meine Reise war eine journey.
Hoffentlich kommt bald wieder eine.
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