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Im Juni 1883 startete der erste Orient-Express in Paris zu seiner Jungfernfahrt ans Schwarzen Meer.
22.05.2009
„König der Züge, Zug der Könige“
Er galt einmal als Inbegriff des luxuriösen und stilvollen Reisens: Der Orient-Express. Könige, Staatschefs und Filmstars sind mit dem „Train Express d'Orient“ durch halb Europa gefahren. Die begann am 5. Juni 1883 in Paris.

Am 5. Juni 1883 stand das rollende Luxushotel im Gare de Strasbourg, dem heutigen Gare l´Est in Paris, zu Abfahrt bereit. Knapp 3200 Kilometer lagen vor dem Zug, der ausschließlich Erste-Klasse-Wagen führte.

Über Straßburg, München, Wien und Budapest fuhr der Orient-Express weiter nach Belgrad und Bukarest. Die Fahrt endete zunächst im rumänischen Donauhafen Giurgiu. Mit der Fähre setzten die Passagiere über den Fluss und bestiegen dann einen Lokalzug nach Varna am Schwarzen Meer. Per Schiff erreichten die Reisenden schließlich Konstantinopel. Erst sechs Jahre später wurde die direkte Verbindung zwischen Paris und Istanbul fertiggestellt.

Während der dreitägigen Reise gingen die rund 30 illustren Fahrgäste meist einer Beschäftigung nach: Sie speisten. Auf weißgedeckten Tischen mit erlesenem Kristall und Silberbesteck gab es ein dreigängiges Menü zu Mittag. Am Abend genossen die Reisenden ein achtgängiges Gala-Diner. Wer dann noch Appetit hatte, etwa auf Austern und Champagner, konnte sich in seinem elegant ausgestatten Schlafwagen von Stewards bedienen lassen. Verhungern musste man im Orient-Express niemand.

Die bahnbrechende Idee, einen Hotelzug mit Speise- Schlaf- und
Gepäckwagen quer durch Europa zu schicken, hatte der belgische Geschäftsmann Georges Nagelmackers aus den USA mitgebracht. Dort hatte er die luxuriösen Schlaf - und Speisewagen des Unternehmers George Mortimer Pullman kennen gelernt. Nagelmackers gründete die „Compagnie Internationale des Wagons-Lits“. Die Internationale Schlafwagen-Gesellschaft betrieb den Orient-Express, die erste transeuropäische Zugverbindung.

Der Orient-Express wurde bald zum Inbegriff des eleganten Reisens. Er stand für Glanz und Glamour. Könige und Staatsoberhäupter, Schauspieler und Spione leisteten sich die teuren Fahrkarten. Leopold II. von Belgien, Papst Pius XII, Charles de Gaulle und Mata Hari, Leo Trotzki und Greta Garbo reisten im König der Züge im Zug der Könige.

Berühmt wurde der Zug aber nicht nur wegen der Berühmtheiten an Bord. Berühmt wurde der Orient-Express auch wegen spektakulärer Vorfälle. So gab es Geiselnahmen, Choleraepidemien und Überfälle. 1931 explodierte kurz nach Budapest eine Bombe an Bord. Zwanzig Menschen starben. Unter den Überlebenden war die Sängerin Josephine Baker.

Am 11. November 1918 wurde der Orient-Express-Wagen 2914 zum Schauplatz europäischer Geschichte. In ihm wurde bei Paris der Waffenstillstand am Ende des ersten Weltkrieges unterzeichnet.

1929 blieb der Zug stecken - die Bahnstrecke war zugeschneit. An Bord musste eine Schriftstellerin ausharren und wurde offenbar inspiriert. Agatha Christie setzte dem Zug mit ihrem
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