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Ich bin dann mal weg - In Istanbul
23.05.2010
Istanbul
Ein Blick nach draußen sagt eigentlich alles - hier muß man schnellst möglich weg, sonst wird man trübsinnig. Naß, kalt und nässer und kälter. Brrr. Da gibts nur Eines: der Sonne entgegen, aber nicht wahllos, sondern nach Istanbul. Im Osten ist es jetzt erstens warm und zweitens einfach toll! Auf nach Istanbul - eine Stadt zwischen Nightlife und Tradition, zwischen Ruhe und Hektik.

Bei mir war es Liebe auf den ersten Blick: Wo findet man schon eine Stadt an zwei Meeren, sogar die einzige Stadt der Welt, die durch ein Meer getrennt wird; die einzige Stadt der Welt auf zwei Kontinenten; eine Stadt die jahrhundertelang Sitz zweier Weltmächten war. Erst des byzantinischen Reiches, dann des osmanischen Reiches. Eine Stadt voller Moscheen und Kirchen, voller Nightclubs für Homosexuelle und Transvestiten. Eine Stadt der Gegensätze, also immer auch eine Stadt für alle. Zufluchtsort und Sehnsuchtsort - orientalisch aber auch Zara und Starbucks. Die berühmte Sultan Ahmed Moschee
Die berühmte Sultan Ahmed Moschee

Istanbul, Konstantinopel, Byzanz. Wer einen Mythos sucht, der ist hier gut aufgehoben. Er kann nämlich wählen - jeder Straßenzug ein anderes Jahrhundert, eine andere Großmacht, eine andere Religion. Wer vor der Hagia Sophia steht, der Krönungskirche der byzantinischen Kaiser, gebaut unter Kaiser Konstantin um 325, der muss sich nur umdrehen und steht vor der Blauen Moschee, der Sultan Ahmed Moschee, einem der größten und schönsten Bauwerke der islamischen Welt. Über 300 Jahre Glanz und Macht trennen die Bauwerke, die sich in dieser Stadt einig und harmonisch gegenüber stehen und sich geradezu ergänzen. Die Blaue Moschee wurde 1609 gebaut und heißt übrigens so, weil ihr Inneres blau-weiß gefliest ist. Die Blaue Moschee hat sechs Minarette, also nur eines weniger als die Moschee in Mekka. Das unterstreicht ihre Bedeutung.

Wer nichts mit Geschichte am Hut hat, der geht einfach über die Brücke in den orientalischen Teil Istanbuls, der der moderne Teil der Stadt ist und läuft die Caddesi Istiklal hoch, die kilometerlang rechts und links mit internationalen Geschäften, Cafes, Restaurants und Bars gesäumt ist. Allerdings muss man die Menschenmassen, die sich durch diese Straße bewegt schon aushalten können. Ich ertage den Trubel dort nur, wenn ich mich von Café zu Café flüchten kann und die wahrlich unübersehbaren Mengen dort bei einem guten türkischen Kaffee (süß!) sitzend beobachten kann. Istanbul hat rund 12 Millionen Einwohner, und wie ein Reiseführer trefflich schreibt - man hat das Gefühl, dass täglich rund 70 Prozent davon auf der Caddesi Istikal einkaufen gehen.

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