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Ypsilanti - Aus und Vorbei
03.11.2008
Karriereende
Andrea Ypsilanti wird am Dienstag nicht zur hessischen Ministerpräsidentin gewählt werden. Insgesamt vier SPD-Abgeordnete verweigern ihr die Stimme. Damit reicht es nicht für eine rot-grünes Regierungsbündnis mit Tolerierung der Linken in Hessen. Roland Koch, CDU, bleibt vorerst im Amt.

Das ist das Ende eines Irrflugs - jetzt ist klar: Die geplante Wahl der hessischen SPD-Chefin Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsi- dentin ist geplatzt: Vier Angehörige der eigenen Fraktion verweigern ihr die Stimme. Ypsilanti hatte eine rot-grüne Minderheits- regierung unter Tolerierung durch die Linke angestrebt. SPD, Grüne und Linke stellen zusammen 57 der 110 Abgeordneten im hessischen Landtag.

Nach montalelangem Tauziehen um Toleri- erung durch die Linken und Koalitions- verträge mit den Grünen, nach endlosen Landesparteitagen, zuletzte am Wochenende, bleibt nur eines: Andrea Ypsilanti ist nicht an den vier "Abtrünnigen", sondern an sich selbst gescheitert. Zu viele Fehler in zu kurzer Zeit.

Da ist der Wortbruch kurz nach der Wahl, doch mit den Linken gemeinsame Sache machen zu wollen. Da ist der unsouveräne, um nicht zu sagen, menschlich klägliche Umgang mit der SPD-Abgeordneten Dagmar Metzger, die ehrlich und aufrichtig von Beginn an sagte, dass sie ihre Stimme nicht für ein Bündnis mit der Linken hergeben wird.

Da ist die Unbelehrbarkeit von Andrea Ypsilanti, den geschäftsführenden Minister- präsidenten Roland Koch nicht politisch mit Anträgen vor sich her zu treiben und ihm eine Abstimmungsniederlage nach der anderen beizubringen, sondern mit dem Kopf durch die Wand zu wollen.

Und da ist der große politische Fehler den in- nerparteilichen Konkurrenten zu demütigen, anstatt ihn einzubinden. Jürgen Walter hat sich nun schwer gerächt.

Bilanz: Eine angeschlagene Hessen-SPD, eine gescheiterte Spitzenkandidatin, frustri- erte Hessen-Grüne, eine beschädigte Bun- des-SPD, ein abgetretender SPD-Vor- sitzender (Beck!) und ein still lächelnder Roland Koch.

Neuwahlen in Hessen werden somit immer wahrscheinlicher.
Isabella PfaffIsabella Pfaff, pfaff@tagesblick.de
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