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Ein Polit-Drama fand ein unrühmliches Ende: Hinter einem Tisch im Wiesbadener Dorint Hotel sitzen vier hessische SPD-Abge- ordnete. Je nach Blickwinkel, sind es Helden oder Verräter. Es sind die vier, die verhindert haben, dass Andrea Ypsilanti am Dienstag zur Ministerpräsidentin von Hessen gewählt wird. Andera Ypsilanti ist politisch am Ende - die vier Abgeordneten aber auch.
Tatort ist ein Nebenraum im Wiesbadener Dorint Hotel. Die Atmosphäre ist angespannt und erst kurz vor der geplanten Presse- konferenz um 13 Uhr dürfen die Journalisten in den Raum. Dann treten sie ein, Carmen Everts, Silke Tesch, Jürgen Walter und Dagmar Metzger. Die vier aus der SPD-Fraktion. Blass, nervös und nicht über- zeugend. Sie tragen der versammelten Presse ihre persönlichen Gründe vor, warum sie, 24 Stunden vor der Wahl, plötzlich ihr Ge- wissen entdeckt haben, und Andrea Ypsilanti die Zustimmung verweigern.
Doch, Halt! Dagmar Metzger muss man ausnehmen. Sie hat bereits vor acht Monaten gesagt, ehrlich, öffentlich und aufrichtig, dass sie einer rot-grünen Minderheitsregierung, toleriert von den Linken, ihre Stimme nicht geben könne. Doch die anderen drei müssen sich fragen lassen, warum sie erst nach acht- monatiger Diskussion und einigen grünen und roten Landesparteitage später ihr Ge- wissen entdeckt haben.
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Warum, wie im Falle Jürgen Walter, er erst noch den Koalitionsvertrag mit den Grünen aushandeln half, um dann doch seine Stimme zu verweigern. Aber wer ihn auf dieser Pressekonferenz erlebt hat, der weiß die Antwort: Jürgen Walter ist schwach. "Ja", sagt er, "es war ein Fehler, es so spät zu sagen. Unsere Entscheidung hat zu lange gedauert. Als die beiden Kolleginnen auf mich zukamen, habe ich entschieden: Ich kann nicht noch mal den selben Fehler machen wie bei Frau Metzger.“
Jürgen Walter, sonst auf Du und Du mit seinem großen Selbstbewußtsein, sagt auch noch: " Ich bin sehr froh, dass ich hier oben nicht alleine bin," und schaut sich ängstlich nach den drei Frauen um, ob sie ihn denn auch nicht alleine lassen. Er weiß, wie die anderen auch, dass sie zwar Andrea Ypsilanti stürzen, aber damit auch politischen Selbst- mord begehen. Das ist in der Politik selten. Das zeigt aber auch- machiavellistisch betrachtet - wie wenig professsionell es in der Hessen-SPD zugeht. Warum opfern sich Vier um Eine zu stürzen?
Andrea Ypsilanti traf dieses Vorgehen völlig unerwartet. Sie wurde am Montag kurz nach zehn Uhr morgens von Carmen Everts an- gerufen, die ihr mitteilt, dass die vier Abgeordneten am Mittag eine Pressekon- ferenz abhalten, in der sie erklären werden, warum sie ihre Vorsitzende nicht zur |
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