Der ehemalige Vorsitzende der SPD, Kurt Beck, ist auf dem rheinland-pfälzischen Landesparteitag mit 99,5 Prozent aller Stimmen wieder zum Vorsitzenden gewählt worden. In seiner Rede rief er die SPD mit Blick auf 2009 zur Geschlossenheit auf, kritisierte jedoch gleichzeitig einen "Um- gangsstil wie in einem Wolfsrudel".
"Ich will und werde mir nicht einreden lassen, dass es ein Vorteil in der Politik sei, wenn man den Umgangsstil eines Wolfsrudels miteinander pflegt", mit diesen Worten kritisierte Kurt Beck in seiner einstündigen Rede die Umgangsformen innerhalb seiner Partei. Er spielte damit auch auf den, seiner Meinung nach, begangenen Vertrauensbruch bei der Nominierung des Kanzlerkandidatens an. Gleichzeitig mahnt er aber die SPD zur Geschlossenheit im Blick auf die Bundes- tagswahl 2009.
Kurt Beck ist bereits seit 15 Jahren Landes- vorsitzender der SPD in Rheinland-Pfalz und seit 2006 hat die SPD in Mainz die absolute Mehrheit. Vor gut zwei Jahren hatte Beck "nur" 97,8 Prozent erhalten. Mit einem riesigen Blumenstrauß in der Hand bedankte sich Kurt Beck bei den mehr als 1000 An-wesenden: "Lasst uns zusammen die Zu- kunft dieses Landes gestalten."
Beck erhielt 409 Stimmen von 411 gewählten Delegierte. Es rief ihnen zu, dieser Wolfs- rudel-Stil sei ein Umgangsstil von vorgestern, und: "Wir sollten ihn über- winden." Führende Vertreter der Partei hatten bereits im Vorfeld angekündigt, dass der Parteitag als Demon- |
stration der Solidarität mit Beck genutzt werden sollte. Mehrere Kreisverbände hatten Busse gemietet, um mit Parteimitgliedern nach Mainz zu kommen und Unterstützung für den zurückgetretenen SPD-Chef zu demon- strieren. "In Rheinland-Pfalz hat Beck nicht den Ruf eines Verlierers, sondern eines Rückkehrers", sagte der rheinland-pfälzische Landtagspräsident Joachim Mertes (SPD) in hr-Info: "Hier nehmen die Menschen mit Dankbarkeit zur Kenntnis, dass Beck wieder da ist."
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