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Berlin will die Förderung von Photovoltaikanlagen massiv kürzen
29.01.2010
Weniger Geld für Solarstrom
„Bisher zahlen die Deutschen über den Strompreis die Solarfabriken in China,“ kritisierte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) die gegenwärtige Subventionspraxis für Solardächer. Während Energieunternehmen an der Strombörse Strom für fünf Cent pro Kilowattstunde einkaufen können, müssen sie den Produzenten von Solarstrom einen wesentlich höheren Preis zahlen. Der lag im letzten Jahr noch bei 43 Cent und ist zum Jahresbeginn auf 39 Cent gesunken.

Die Preise gelten jedoch immer ab dem Jahr der Inbetriebnahme für insgesamt 20 Jahre. Wer also letztes Jahr noch sein Solardach ans Netz anschließen konnte, hat in etwa zehn Jahren die Anschaffungskosten wieder raus. Danach kann man gut verdienen, denn der selbst verbrauchte Strom kostet nur ca. 18 Cent pro Kilowattstunde. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft fördern die Deutschen über ihre Stromrechnungen in diesem Jahr mit ca. drei Milliarden Euro den Solarstrom. Seit Einführung der Regelung im Jahr 2000 ist Solarstrom bereits mit sechs Milliarden Euro subventioniert worden.

Diese großzügige Subventionierung aus rot-grünen Regierungstagen hat dazu geführt, dass im sonnenarmen Deutschland die meisten Solaranlagen stehen. Im letzten Jahr hat ihre Zahl noch einmal überproportional zugenommen. Während der Bundesverband Solarwirtschaft 2008 noch ein Volumen von 682 Megawatt erwartete, schätzt man jetzt das Volumen auf 3600 Megawatt, 2000 davon allein
im letzten Quartal. Die Zunahme liegt zum einen an den um gut 30 Prozent gesunkenen Preisen für Solardächer, aber auch an der Senkung der Abnahmevergütung.

Dieser Übersubvention will Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) nun ein Ende machen: „Wir wollen nicht Firmenrenditen garantieren, sondern die Markteinführung.“ Zusätzlich zu der schon erfolgten Kürzung auf 39 Cent will er die Solarstromvergütung weiter bis auf 33 Cent kürzen. Dies soll ab April für alle Solardächer gelten. Ab Juli soll es den Anlagen auf Freiflächen an den Kragen gehen. Dort soll die Förderung sogar auf 30 Cent sinken. Der Umweltminister will damit verhindern, dass Solaranlagen auf Ackerflächen errichtet werden. Schon jetzt klagen Landwirte, dass die Nachfrage nach Ackerflächen für Solaranlagen die Pachtpreise in die Höhe treibe.

Während die Verbraucherschützerverbände jubeln, kommt Kritik aus der Solarbranche, die seit zehn Jahren vom Erneuerbare-Energien-Gesetz profitiert. 50.000 Arbeitsplätze sind in diesem Sektor entstanden. Der Gesamtumsatz liegt bei sieben Milliarden Euro. Mehr als ein Prozent an der gesamten Stromproduktion hat sie allerdings noch nicht erzielt. Die Kürzung sei zu radikal und würde zu Insolvenzen und Arbeitsplatzabbau führen, erklärte Franz Asbeck, Chef von Deutschlands größtem Solarunternehmen Solarworld. Das Vorzeigeunternehmen Q-Cells hat bereits den Abbau von 500 Arbeitsplätzen angekündigt.

Wenig Verständnis für die Klagen der Branche
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