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Gegensätzlicher könnten zwei Staatschefs nicht sein
24.10.2011
Speedy-Sarko und Abwarte-Angie
Es muss ja nicht unbedingt auch ein gemeinsamer Saunabesuch sein, wie seinerzeit von Helmut Kohl und dem russischen Präsidenten Boris Jelzin. Doch in der Vergangenheit wussten alle deutschen Bundeskanzler ein gutes persönliches Verhältnis zu anderen Staatschefs zu schätzen. Dabei spielt die deutsch-französische Achse eine besondere Rolle.

Seit dem ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem damaligen französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle pflegten alle deutschen Kanzler nicht nur gute politische, sondern auch hervorragende persönliche Beziehungen zum südlichen Nachbarland. Erstaunlicherweise funktionierte es, auch wenn die Staatschefs unterschiedlichen Parteien angehörten wie etwa bei dem Konservativen Kohl und dem Sozialisten Mitterrand. Auch die Sozialdemokraten Helmut Schmidt und Gerhard Schröder verstanden sich bestens mit ihren Pendants, dem Bürgerlich-Liberalen Valery Giscard d'Estaing und dem Konservativen Jacques Chirac.

Nun aber, wo in beiden Ländern Konservative regieren, sind die Beziehungen auf einen absoluten Tiefpunkt gesunken, auch wenn Merkel regelmäßig bestreitet, dass es Probleme gebe. Doch es ist bekannt, dass Merkel zu vorgerückter Stunde schon einmal die eitlen Auftritte Sarkozys zur Plaisir ausgewählter Parteifreunde mit beachtlichem schauspielerischen Talent nachzumachen versteht. Sarkozy dagegen lästert spätestens auf dem Heimflug nach Paris über schlechtes Wetter und schlechtes Essen. Der Schriftstellerin Yasmina Reza vertraute er an, dass eine Reise nach Berlin für ihn immer
ein „Höllentag“ sei. Er fühle sich dort „terrorisiert“.

Schon vor zwei Jahren hat Schmidt wegen der schlechten Beziehungen Merkel die Leviten gelesen: „Es mangelt an Zusammenarbeit innerhalb Europas und auch zwischen Deutschland und Frankreich, Frau Bundeskanzlerin.“ Das Verhältnis zwischen Bonn und Paris sei schon einmal viel „einvernehmlicher und zuverlässiger gewesen als derzeit zwischen Berlin und Paris.“

Zwar hat Sarkozy schon unmittelbar nach seinem Amtsantritt Merkel in Berlin besucht. In den letzten Monaten haben sich die gegenseitigen Besuche sogar gehäuft. Doch handelte es sich dabei meist um kurzfristige Krisentreffen, die zudem nur selten ein greifbares Ergebnis brachten. Trotz der zahlreichen Besuche und Telefonate haben die beiden nie zu irgendeiner Form persönlicher Nähe haben beide nie zueinander gefunden. Dafür sind sie zu grundverschieden.

Auf der einen Seite der ständig unter Hochspannung stehende Speedy-Sarko, für den es nur ein Ziel zu geben scheint: immer der erste zu sein. Immer wieder preschte er in der Vergangenheit ohne Absprache vor, als er etwa Dominique Straus-Kahn für den IWF-Vorsitz vorschlug. Auf Gipfeltreffen reklamiert er den Erfolg gerne für sich. Vor einem Jahr hatte er erklärt, dass der Rettungscoup für den Euro „zu 95 Prozent“ den Vorgaben aus Paris entspreche.

Merkel dagegen ist die kühl kalkulierende Physikerin, die sich für
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