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Die ersten Zeitungsmeldungen gab es letzten Samstag. Am Sonntagabend bescherte ein gemeinsamer Auftritt des Möchtegern-Kanzlerkandidaten Steinbrück und von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) der Talk-Show von Günther Jauch die Rekordzuschauerzahl von 5,6 Millionen. Am Montag folgte der „Spiegel“ mit Doppelinterview der beiden und dem Titel „Er kann es.“ Das gemeinsame Buch von Schmidt und Steinbrück mit dem bezeichnenden Titel „Zug um Zug“ wurde am Donnerstag veröffentlicht.
Am gleichen Tag präsentierte die „Süddeutsche Zeitung“ die neuesten wirtschaftspolitischen Thesen Steinbrücks, wie nämlich die wild gewordenen Finanzmärkte gezähmt werden könnten. Und am Sonntag wird das Buch der beiden offiziell in Hamburg vorgestellt. Angesichts dieser Fülle von prestigeträchtigen Auftritten wirkt es wenig glaubwürdig, wenn Steinbrück sein Interesse herunterzuspielen sucht: „Mein Eindruck ist aber, dass die Republik heute keine schlaflosen Nächte hat über die Frage, wer Kanzlerkandidat der SPD wird.“
Angesichts der prominenten Unterstützung hat vermutlich Steinbrück selber keine schlaflosen Nächte. Denn kein Geringerer als Altkanzler Schmidt hat den früheren Finanzminister im gemeinsamen Buch in den Kandidatenrang gehoben: „Peer, ich bin der Auffassung, dass die SPD gut beraten wäre, Sie als den Kandidaten für das Amt des Bundeskanzlers zu nominieren.“
Damit erlebt die SPD zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Kandidatendebatte, obwohl die nächste Bundestagswahl erst |
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in ziemlich genau zwei Jahren stattfindet. Vermutlich ist das auch mit ein Grund, dass der Aufschrei der Parteilinken, die sonst sehr allergisch auf Steinbrück reagiert, mehr als moderat ausfiel. Zwei wehrten sich dagegen, dass der Kanzlerkandidat vom Altkanzler ausgerufen werden war. Generalsekretärin Andrea Nahles verwies einmal mehr darauf, dass es auch andere Kandidaten gebe, nämlich die Ministerpräsidenten.
Parteichef Sigmar Gabriel nahm das Ganze gelassen: „Diese Debatte ist äußerst schmeichelhaft für die SPD.“ Ansonsten erklärte er, dass er um die Jahreswende 2012/13 einen Vorschlag machen werde. Keine Rede war davon, dass er dies zusammen mit Steinbrück und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier tun werde, wie das Steinbrück vor Monaten noch dargestellt hatte. Zwar gelten alle drei als mögliche Kandidaten. Doch Steinbrück hat laut der „Welt“ derzeit die besten Karten. Angeblich gibt es eine Absprache, wonach Steinbrück bei vorgezogenen Neuwahlen nominiert würde.
Allerdings spricht derzeit nichts für Neuwahlen. Das staatsmännische Verhalten der SPD bei den Abstimmungen zum Euro-Rettungsschirm deutet eher auf eine große Koalition. Zum andern lassen die Umfragen wegen des Aufkommens der Piraten derzeit keine Neuauflage von Rot-Grün zu.
Allerdings kann sich Steinbrück auch langfristig Hoffnung darauf machen, Kanzlerkandidat zu werden. Denn das Argument, dass er noch keine Wahlen gewonnen hat, hat Schmidt entzaubert: |
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