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Nach Wulff: Für eine neue Politikkultur- Für Political Social Responsibility
15.01.2012
Von Wulff, Wut und Würde
Wulff, Sarrazin und zu Guttenberg: Das ist noch keine Staatskrise und auch noch keine Demokratiekrise - aber eine Vertrauenskrise. Wir verlieren das Vertrauen in, und die Achtung vor der Politik. Und die Politik verliert ihre Würde. Wie ist dieser Kreislauf zu durchbrechen? Mit einer neuen Wertedebatte, mit einer Political Social Responsibility.

Der Ansehensverlust der Politik
Die Wahlbeteiligung in Deutschland geht seit Jahren zurück, dafür steigt die Unzufriedenheit, um nicht zu sagen, der Frust mit, und über die Politik seit Jahren stetig an. Noch gibt es signifikante Unterschiede zwischen Ost und West, doch der Westen ist dabei, in puncto Unzufriedenheit den Osten einzuholen.

Nach einer aktuellen Stern-Umfrage vom Januar 2012, sind rund 56 Prozent der Bevölkerung mit der Politik unzufrieden und der Meinung, dass die Politiker ihre Arbeit nicht gut machen. 83 Prozent sind sogar der Meinung, dass die Politik sprunghaft und nicht nachvollziehbar agiert. 63 Prozent der Deutschen meinen, die Politikern vertreten nicht mehr die die Interessen des Landes.

Das ist eine schallende Ohrfeige für alle in der Politik tätigen! Doch diese signifikante Politikverdrossenheit ist schon längst dabei, zur Demokratieverdossenheit zu werden: Nur noch 60 Prozent aller Deutschen haben nach einer Umfrage im November 2011 Vertrauen in die Demokratie. Im Osten sind es sogar nur 44 Prozent, im Westen 64 Prozent. Das ergab eine Umfrage des Leipziger Instituts für Marktforschung.

Damit nicht genug: Nur noch bei neun (9) Prozent (!) aller Deutschen haben die Politiker ein hohes Ansehen. Das ist ein historischer Tiefpunkt und liegt sogar unter dem europäischen Durchschnitt von rund 14 Prozent. Die Zahlen stammen aus einer europäischen GfK-Umfrage vom Juni 2011.

Kein Umsteuern in Sicht!
Eigentlich müssten diese Zahlen alle Politiker zutiefst erschüttern und zum Innehalten und Nachdenken zwingen - und dann zum radikalen Umsteuern! Ein "Weiter so" kann es nicht geben, denn wir sind dabei unsere demokratische Basis zu verspielen. Bislang aber - Fehlanzeige. Es fehlt dabei in den Abgeordnetenbüros nicht an der Analyse und an der Einsicht. Es fehlt am Willen etwas zu ändern. Man setzt lieber die Hoffnung, auf die Zukunft und darauf "das sich das alles schon wieder geben wird". Möglichst bei der nächsten Wahl.

Es ist aber zu einfach, diese Entwicklung nur zu Guttenberg oder Wulff in die Schuhe zu schieben. Verantwortlich für diesen eklatanten Vertrauensverlust sind auch Entscheidungen wie: Stuttgart 21, der Flugstreckenstreit beim neuen Flughafen Schönefeld in Berlin, die radikale Volte beim Atomausstieg, oder die sich täglich widersprechenden Meinungen bei der Euro-Rettung. Und hier ist der Punkt, an dem die rosaroten Zukunftshoffnungen der Politiker spätestens zum Scheitern verurteilt sind: Es sind eben nicht nur einzelne, hervorgehobene Figuren, die Fehler machen und von der Öffentlichkeit abgestraft werden. Stuttgart 21 oder der Atomausstieg wurden von jeweils einer Mehrheit der Entscheidungsträger mitgetragen. Insofern stehen auch alle in der Pflicht, etwas zu ändern.

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1 Kommentar
 
1) Ein Plädoyer für eine gute Sache. Da kann man nur hoffen, dass sich die 'richtigen' Leute - klug, integer und doch auch einflussreich - dieser Sache annehmen.
Nicht, dass am Ende noch Neelie Kroos den Herrn zu Guttenberg auch dafür noch als besonders kompetent und glaubwürdig vereinnahmt. ;:)
Kommentar von Wolfgang Klein | 15.01.2012 @ 21.16 Uhr
 
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