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Der staatliche koreanische Autokonzern Daewoo hat rund 3, 2 Millionen Hektar Land auf Madagaskar gepachtet um Weizen an- zubauen. Das ist rund die Hälfte des dortigen nutzbaren Farmlands. Damit will Korea für sich selbst Nahrungssicherheit herstellen. Dagegen regt sich Kritik, denn Madagaskar gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Dort leben 70 Prozent unterhalb der Armutsgrenze. Was wird aus ihnen?
Der Daewoo-Manager, Hong Jong-Wan, sagte der Financial Times, dass das ge- pachtete Land "völlig unberührt und un- bebaut" war. Doch der Chef der Inter- nationalen Welternährungsorganisation, FAO, David Hallam, hat ethische Bedenken gegen den Aufkauf wertvoller Ackerflächen im Ausland und den Anbau von Grundnahr- ungsmittel durch staatliche Multis. Diese, in Madagaskar angebauten Grundnahrungs- mittel kämen ausschließlich den Koreanern zu Gute, während in Madagaskar selbst die Menschen auf Hilfslieferungen aus dem Ausland angewiesen wären.
Der Grund für die Daewoo-Manager, nach Ma- dagaskar zu gehen ist der, dass Land in Südkorea knapp und damit teuer ist. In Madagaskar dagegen kann Land für 12 Dollar pro Hektar gepachtet werden. Das ist nur ein minimaler Teil dessen, was Nutzland in Südkorea kostet.
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David Hallam weiter: "Sollte es nochmals eine weltweite Nahrungsmittel-Krise geben, und sie haben den Fall, in einem armen Land Nahrungsmittel für fremde Investoren pro- duziert und weggeschafft werden, dann ist das sowohl ethisch wie auch politisch frag- würdig."
Neben den Koreanern aber gibt es auch einige europäische Konzerne, die in den letzten zwei Jahren Land in Afrika gepachtet haben um Getreide für Biodiesel anzubauen. So zum Beispiel der britische Konzern Sun Biofuels, die Getreide in Äthiopien, Mozambik und Tansania anbauen.
Auch fallen Afrikas fruchtbare Ebenen zu- nehmend den ölreichen Golf-Staaten ins Auge, die meist ja nur von Wüsten umgeben sind. Marie Bos, Analystin am Gulf Research Center in Dubai weiß, dass die Regierungen der Golfstaaten dabei sind, große Summen in Afrika zu investieren.
Für die afrikanischen Regierungen sind die Gründe für diese Art von Pachtverträgen eindeutig: Während internationale Organi- sationen in den letzten Jahrzehnten Millionen von Hilfsgelder in den Aufbau von Bildungs- und Gesundheitswesens in Afrika gesteckt haben, wurde der Landwirtschaftfssektor ver- nachlässigt. |
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