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und betonen, das die Universität zur Vielfalt steht. Auch werfen sie der SVP „Rassismus“ gegen Deutsche vor. Man möchte be- wundernd von publizistischem Judo sprechen: Wenige Tage später veröffentlich die SVP erneut ein Inserat mit dem Titel „Sind die Deutschen eine Rasse?“ Einerseits wird mit einer Statistik gezeigt, dass immer mehr Deutsche an der Universität Zürich angestellt werden, was den „Filz“ beweisen soll.

Andererseits äussern die „gewöhnlichen Bürger“, als die sich die Inserenten stili- sieren, ein gespieltes Erstaunen darüber, dass die Deutschen eine Rasse sein sollen, die vom Rassismus betroffen sein könne. Der Rassismusvorwurf wird damit gekontert, zu suggerieren die eigentlichen Nazis seien die Professoren. „Aber es waren ja schon damals die hohen Professoren, die den Rassen-Aberglauben in die Welt gesetzt haben.“

Die SVP agiert tatsächlich nicht streng ge- nommen rassistisch im Sinne einer NSDAP: Sie behauptet keine genetischen Prägungen. Die „gewöhnlichen Bürger“ in der Schweiz bemühen nur einen kulturellen Rassismus: Nicht Rasse, sondern Mentalität und Kultur werden in ihren Kampagnen regelmässig zu unveränderlichen Grössen gemacht, die der „Integration“ entgegenstehen. Sei dies bei Italienern in den 70ern, Menschen aus Ex-Jugoslawien in den 90ern, Muslimen 2009 oder nun deutschen Akademikern 2010.

Während alle anderen rechtspopulistischen Parteien Europas irgendwann einmal mit der faschistischen Vergangenheit Europas
geliebäugelt haben, ist dies bei der SVP nie vorgekommen. Offen mit völkischen Ideen zu flirten, würde, die Kernlegitimation der genuin Schweizerische Konstruktion des „Volks“ zerstören. Jede fremdenfeindliche Äusserung wird hier zur „Geistigen Landesverteidigung“, deren Ziel die Stärkung des „Volkes“ gegen die Infiltration gegen das böse, faschistoide Aussen ist. Fremdenfeinde haben sich in der Schweiz seit den 60er Jahren stets bemüht, klar zu machen, dass sie keine Rassisten seien. Denn der „Rassist“ das ist der andere, das ist der Deutsche.

Dass es auch im Kampf gegen deutsche Akademiker um die Verteidigung des Schweizerischen Geistes geht, bestätigt ein Artikel im Hofblatt der SVP, der „Weltwoche“. So sei es in naturwissenschaftlichen Fächern durchaus gleichgültig, ob ein Schweizer oder ein japanischer Professor unterrichte. In Phil.I.Fächern hingegen mache es durchaus einen Unterschied, ob ein „Ausländer“ oder ein „Einheimischer“ sich mit „Schweizer Literatur, Geschichte oder Politik“ beschäf- tige.



David Eugster - tagesblick.de Gastautor aus der Schweiz
David Eugster - tagesblick.de Gastautor aus der Schweiz

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