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Am Donnerstag beginnt in London die In- ternationale Afghanistan-Konferenz, bei der nachvollziehbare Ziele der gegenwärtigen Afghanistan-Politik definiert werden sollen. Soweit die offizielle Stellungnahmen. Es geht aber um viel mehr: Um einen gescheiterten Einsatz, um den Abzug der Bundeswehr vom Hindukusch und um eine Erhöhung der Truppenstärke sowie um ein Aussteigerpro- gramm für Taliban.
Alle werden sie am Donnerstag in London sein, die Amerikaner, die Briten, die Fran- zosen, alle Isaf-Staaten und auch der af- ghanische Präsident Karsai. Beraten werden soll über den Abzug der internationalen Isaf-Truppen und die Übergabe der militärischen Verantwortung an die Afghanen selbst.
Angela Merkel hat aber schon am Montag verkünden lassen, dass sie nicht nach London fahren wird. Der Vertreter der Bun- desregierung wird Außenminister Guido Westerwelle sein. Er überraschte dann am Montag mit einem neuen Vorschlag, er will ein Aussteiger-Programm für Taliban in die Wege leiten. Was sich zunächst vielleicht etwas seltsam anhört hat viel Substanz und vor allem ein großes historisches Vorbild: Der Marshall-Plan.
Die Ur-Urväter des Marshall-Plans sind in der OSS (Office of Strategic Services)zu suchen, eine Vorgängerorganisation der CIA im und nach dem Zweiten Weltkrieg. Dort wurden Deutsche Intelektuelle, u.a. auch Herbert Marcuse, von der amerikanischen Regierung beauftragt, Entwürfe für eine neues Europa und vor allem für ein neues, demokratisches Deutschland zu entwerfen.
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Man muss sich dabei vergegenwärtigen, dass sofort nach Kriegsende das anbrach, was man heute unter dem Stichwort "Kalten Krieg" kennt. Europa war, nach den Verhe- erungen des Zweiten Weltkrieges, keine Atempause gegönnt. Es wurde - neben der täglichen Überlebensangst - sofort von einer neuen Kriegsangst beherrscht. Diese Kriegsangst hatte ihre Wurzeln im Abwurf der US-Atombomben in Hiroshima und Nagasaki sowie in der sich fast sofort vollziehenden Blockbildung zwischen der Sowjetunion und den Westmächten. Die Angst vor einem möglichen Atomkrieg beschäftigte die beiden Blöcke ebenso stark, wie die westliche Angst vor einem Ausbreiten des Kommunismus.
Dazu kam in den USA die nachwirkende Angst der nicht richtig gelungenen Ent- nazifizierung und dem mangelnden Vertrauen in die Deutschen und deren Friedenswillen. Für diese angstgeprägte Situation wurden, neben diversen militärischen Plänen, auch ein politischer Ansatz ersonnen, wie einem möglichen Rückfall der Deutschen in radikale politische Positionen oder Richtungen ent- gegen gewirkt werden könnte. Es wurde die so genannte "Containement-Politik" vom OSS (und deren Nachfolgeorganisation OIR) in die Diskussion eingebracht.
Containment heißt "Eindämmung", und die Überlegung dabei war - kurz und knapp zusammengefasst: Je schneller es den Deutschen wirtschaftlich gut gehen werde, desto schneller werden radikale (kom- munistische) Einflüsse zurückgedrängt. Die ökonomischen Umsetzungsvorschläge dazu lieferten dabei die Wirtschaftswissenschaf- tler van Buren Cleveland, Moore und Kindle- |
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