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Kuba verpachtet vor 107 Jahren die Bucht von Guantanamo an die USA
26.02.2010
„Für alle Zeiten“
Azurblaues Meer, Palmen und ein malerischer weißer Leuchtturm an felsiger Küste: der Internetauftritt der Joint Task Force Guantánamo besticht durch hübsche Landschaftsansichten. Und dann stechen noch diese Worte ins Auge: „Sicher, human, legal und transparent“. Der Website-Besucher erfährt, dass die älteste amerikanische Marinebasis in Übersee eine wichtige Rolle im Krieg gegen den Terror spiele. Feindliche Kämpfer, die "enemy combatants", würden dort „sicher human, legal und transparent“ festgehalten.

Wie legal und transparent die Stationierung US-amerikanischer Truppen auf der Insel ist, darüber streiten sich Kuba und die Vereinigten Staaten seit vielen Jahren. Guantánamo ist ein Synonym geworden für willkürlichen und unmenschlichen Umgang mit Gefangenen. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatte der damalige US-Präsident George W. Bush für Terrorverdächtige auf dem US- Marinestützpunkt Guantanamo Bay ein Gefangenenlager eingerichtet. Diesen Stützpunkt auf Kubas gibt es schon seit 107 Jahren. Am 23. Februar 1903 verpachtete der karibische Inselstaat die Bucht von Guantanamo „für alle Zeiten“ an die USA.

Die 20 Kilometer breite und acht Kilometer lange Bahia de Guantánamo hat Militärstrategen wegen ihres tiefen Naturhafens schon immer interessiert. Kolumbus ankerte hier und im 18. Jahrhundert landeten die Engländer dort an und nannten die Bucht Cumberland Harbour. Tropenkrankheiten setzten ihnen aber so zu, dass sie Kuba nach wenigen Monaten wieder verließen.


Bis 1897 bemühten sich die USA, den Spaniern gleich die gesamte Insel Kuba abzukaufen - aber ohne Erfolg. 1898 wird Kuba unabhängig von Spanien. “Aber in dem Augenblick, wo Kuba seine Unabhängigkeit erringt, ziehen die Amerikaner die US-Flagge hoch und besetzen das Land für einige Jahre. Aus dieser Besatzungszeit ist dann Guantanamo hervorgegangen. Durch einen Vertrag durch die damaligen Präsidenten Roosevelt und Estrada wurde festgelegt, dass zwei Gebiete in Kuba - nämlich Bahía Honda und Gunantanmo von den USA gepachtet wurden als Marine-Stützpunkte“, erklärt Bernd Wulffen, der bis 2005 deutscher Botschafter auf Kuba war.

Kuba war zu diesem Zeitpunkt zwar auf dem Papier unabhängig, aber wirtschaftlich und politisch auf die USA angewiesen. 1901 wurde das sogenannte Platt-Amendment in die kubanische Verfassung aufgenommen. Damit gewährte Kuba den USA ein Interventionsrecht im Falle innerer Unruhen und überließ der Schutzmacht Territorium für Flottenstützpunkte.

Am 23. Februar 1903 verpachtete Kuba 117 Hektar in der Bucht von Guantánamo für 99 Jahre an die USA. 1934 wurde der Leihvertrag auf unbestimmte Zeit verlängert. „Das Problem ist, dass dieser Pachtvertrag nur im gegenseitigen Einvernehmen aufgehoben werden kann. Die Amerikaner haben es in der Hand wann sie oder ob sie Guantanamo räumen“, so Wulffen.
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