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Deutschland bildet somalische Soldaten aus
05.04.2010
Somalia
Mehrere EU-Staaten werden ab Mai die so- malische Armee bei der Soldatenaus- bildung unterstützen. Spanien wird diese Mission anführen und Deutschland wird 20 Soldaten stellen. Insgesamt sollen von 100 EU Soldaten 2000 somalische Soldaten aus- gebildet werden, allerdings nicht in Somalia sondern in Uganda. Das beschloss das Bundeskabinett noch vor Ostern, wurde aber erst jetzt bekannt.

An dieser EU-Mission werden sich auch Frankreich und Großbritannien beteiligen. Wegen der schlechten Sicherheitslage in Somalia soll das Training in Uganda statt- finden. Durch die EU-Hilfe soll die somali- sche Regierung bei ihren Bemühungen, die Kontrolle über das Land zu erlangen, un- terstützt werden. Derzeit beschränkt sich das Einflussgebiet der vom Westen gestützten Regierung auf einige Häuserblocks in der Hauptstadt Mogadischu.

Die angehenden somalischen Rekruten werden in Minen- und Explosivkörperabwehr, beim Kampf in bebautem Gelände sowie im Sanitäts- und Fernmeldewesen geschult. Die Ausbildung wird in zwei Durchgängen für jeweils 1000 somalische Rekruten statt- finden. Koordiniert wird dieser Einsatz in den Kelly Barracks in Stuttgart.

Dort sitzt eines der sechs Regionalkom- mandos der US-Streitkräfte außerhalb den USA, bislang unter "Eucom" bekannt, 2007 umbenannt in "Africom". Das ehemalige Eucom-Kommando hatte und hat vermutlich noch die Truppentransporte und Flugbe- wegungen der US-Streitkräfte von Europa nach Afghanistan koordiniert und wie im sogenanten BND-Untersuchungsausschuss vermutet wurde, wurden von dort auch die "Rendition"-Flüge koordiniert, die mutmaß- liche Terroristen verschleppten.

"Africom" will nun sein Augenmerk vor allem auf den Maghreb ausdehnen und das Horn von Afrika beaobachten. Im Maghreb ver- muten westliche Geheimdienste, darunter auch der BND, dass eine neue terroristische Bedrohungslage entstehen könnte. Im Grenz land von Niger, Mali und Algerien haben sich Aufständische und islamistische Kämpfer zurückgezogen. Nun will man mit Hilfe von Africom "Afrika stabilisieren". Testfeld soll Somalia werden.

Die neue "Afrika-Strategie" von "Africom" sieht auch eine Zusammenarbeit mit der EU bei Drogenbekämpfung und Sicherheitssektor- reformen in instabilen Staaten wie Guinea und Guinea-Bissau vorstellen. "Unsere Arbeit besteht darin, afrikanischen Ländern Aus- bildung, Beratung und Ausrüstung anzu- bieten, wenn sie die Kontrolle über ihre Staatsgebiet verbessern und damit terrori- stischen Gruppen sichere Rückzugsgebiete verweigern", sagt ein Africom-Offizieller.

Africom-Ausbildungsprogramme gibt es der- zeit bereits in 16 afrikanischen Ländern. Allerdings auch mit Hilfe der privaten Sicherheitsfirma "Xe", ehemals Blackwater. Sie bildet die Armee in Burkina Faso aus. Weiterhin will Africom den Schmuggel von Waffen, Menschen und Waren beobachten, mit dem sich die nordafrikanischen Isla- misten finanzieren.



Isabella PfaffIsabella Pfaff, pfaff@tagesblick.de
Journalistin
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