In der Nacht zum Montag haben israelische Militärs Schiffe von Menschenrechtsaktivisten vor der Küsten von Gaza geentert und etwa zehn Menschen getötet, viele verletzt. Die Schiffe hatten Hilfsgüter für das von den Israelis abgeriegelte Gaza an Bord. Auf den Schiffen waren auch zwei deutsche Bun- destagsabgeordnete und der Schriftsteller Henning Mankell.
Bis in den Montagabend hinein gab es keinen Kontakt zu den beiden deutschen Abgeordneten der Linken, die an Bord des Hauptschiffes waren. Stundenlang wußte niemand ob Annette Groth und Inge Höger und der ehemalige Linke-Abgeordnete Norman Paech noch am Leben sind oder nicht. Da die Israelis alle Funk- oder Telefonverbindungen gekappt hatten, stiegen die Gerüchte über die Todeszahlen in die Höhe. Zeitweise war von über 30 getöteten Menschenrechtsaktivisten die Rede. Bis zum Abend stellte sich heraus, das es wohl zehn getötete Zivilisten gegeben hat und rund zwei Dutzend Verletzte.
Erst gegen 23 Uhr am Montagabend bekam das Auswärtige Amt Kontakt zu einem Teil der deutschen Aktivisten und konnte immerhin bekannt geben, dass es fünf der zehn deutschen Teilnehmer der Aktion gut gehe, darunter auch den Bundestagsabgeordneten. Ebenso, dass auch der Krimiautor Henning Manankell unverletzt geblieben ist.
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In einer ersten Stellungnahme am Nach- mittag beschuldigte der israelische Vertei- digungsminister die Menschenrechtler, dass diese das israelische Militär angegriffen hätten. Doch ob das stimmt ist unklar. Klar hingegen ist, dass die Militär-Sonder- einheiten der Israelis die Schiffe mit Zivilisten gestürmt hatten. Die Menschenrechts- organisation "Gaza muss leben" ist ein Aktionsbündnis vieler internationaler Hilfs- organisationen wie auch beispielsweise auch von "Ärzte gegen den Atomtod". Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, Lebensmittel und Arznei in den notleidenden Gazastreifen zu bringen. Die Palästinenser leiden seit der Totalblockade der Israelis unter Nahrungsmitte- und Energieknappheit sowie unter Arzneimittel- mangel.
Das Vorgehen Israels gegen Zivilisten, das selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel als "unverhältnismäßig" bezeichnete, hat am Mon- tagabend sogar zu einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates geführt. Auch dort wurde das Vorgehen des israelischen Militärs kritisiert und verurteilt. Dem haben sich auch alle 27 EU-Staaten angeschlossen. Gleichzeitig wurde Israel aufgefordert, die Abschottung des Gaza- streifens zu lockern.
Derzeit werden die rund 500 Aktivisten von den Israelis erkennungsdienstlich behandelt und abgeschoben |