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Asyl? Nein Danke!
15.07.2010
Romas im Asylverfahren
Am Donnerstag den 8 Juli 2010 wurde die Familie Ibrahimi, die die letzten zwei Jahre in einem Flüchtlingslager in Ungarn verbrachte, zurück in den Kosovo abgeschoben. Den Einspruch gegen die Ablehnung ihres Bleiberechts war im März vom Gericht in Budapest abgelehnt worden. tagesblick.de hatte darüber laufend berichtet und wir haben nachgeschaut, wie geht es der Familie jetzt im Kosovo?

Nun führt die Odyssee, die diese Familie nun bereits seit zehn Jahren durchlebt und sie vom Kosovo aus im Jahr 2000 erst nach Deutschland und 2007 über den Kosovo nach Ungarn führte, wieder an den Ursprung: Pristina Airport.

Anders als bei ihrer Abschiebung aus Deutschland in 2007, wurde die fünfköpfige Familie allerdings am Flughafen von einem Mitarbeiter der deutschen NGO Heimgarten abgeholt. Eine vom Bayrischen Flüchtlingsrat initiierte Spendenaktion hat bis Anfang Juli um die 4 000€ eingebracht. Das Geld ermöglichte der NGO, die sich eigentlich um kosovarische „Rückkehrer“ aus Deutschlang kümmert, vor Ort erste Vorkehrungen für die Familie zu treffen, etwa eine Wohnung in Prizren für die Familie über mehrere Monate zu mieten.

Für den Familienvater Ragib* hat Heimgarten eine zwar wenig bezahlte, aber bei der 99-protzentigen Arbeitslosigkeit, die unter kosovarischen Roma herrscht, nicht zu vernachlässigende Tätigkeit gefunden. Das bedeutet für die Familie ein erster Schritt zur Eingliederung in die Gesellschaft und zur Selbstversorgung.

Der Abschied aus Ungarn war allerdings schwer für sie. Zwar träumte die Familie immer noch davon, nach Deutschland zurück zu kehren, wo sie sieben Jahre lebte und die gesamte Familie der Mutter Habibe* wohnt, aber nach zwei Jahren hatte sie sich in Debrecen eine Existenz aufgebaut, wenn auch prekär. Die Kinder lernten Ungarisch, das Flüchtlingslager stellte für sie einen kleinen, eigenen Bungalow zur Verfügung, und die Familie wurde von einem Psychologenteam betreut. Die drei Kinder hatten Gutscheine, um mit dem Bus zur Schule zu fahren. Als diese mit dem Beginn der Ferien ausfielen und sie nicht mehr in die Stadt konnten, waren es ihre neuen ungarischen Freunde, die kamen, um sie im Flüchtlingslager zu besuchen. Der Besuch war auch gleichzeitig ein Abschied, denn der Abschiebebescheid hatte zwar seit März auf sich warten lassen, das Abschiebedatum, das in dem Brief Ende Juni mitgeteilt wurde, stand aber unmittelbar bevor.

Den von der UNO etablierten, internationalen Flüchtlingstag am 20 Juni, konnte die Familie aber noch im Flüchtlingslager noch verbringen. Der älteste Sohn Egzan* zeigte bei der Gelegenheit, dass er mit viel Talent seine neue Leidenschaft meistert: Break- dance. Der 17-Jährige hat im Tanz eine neue Ausdrucksform gefunden, die ihm über seine vom Trauma verursachte Sprachstörung hilft.

Als sie gefragt wird, wie sie sich die Zukunft vorstellt, antwortet Habibe: „Bloß kein Asyl mehr!“ Die ständige Unsicherheit, die Willkür der europäischen Behörden - all das möchte die Familie nicht mehr erleben.
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