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Reporter ohne Grenzen startet Petition für verfolgte und inhaftierte Blogger in Ägypten
11.11.2011
Pressefreiheit nach der Revolution
Reporter ohne Grenzen (ROG) ist besorgt über die zunehmende Verschlechterung der Lage der Internetfreiheit im Post-Mubarak-Ägypten. ROG startet deshalb heute um 12.00 Uhr eine Petition gegen die Verfolgung von ägyptischen Internet-Dissidenten. In dem Appell fordert die Organisation ein Ende der Repressionen gegen Cyber-Aktivisten und die umgehende Freilassung der Blogger Maikel Nabil Sanad und Alaa Abdel Fattah.

Das Petitionsschreiben ist direkt an den von der Militärregierung eingesetzten Ministerpräsidenten Ägyptens Essam Scharaf adressiert. Es soll Ende des Jahres an die ägyptische Botschaft in Berlin übergeben werden.

Ein Militärgericht verurteilte den 25-jährigen Maikel Nabil Sanad am 10. April. 2011 zu drei Jahren Haft. Sanad, ein Kriegsdienstverweigerer, veröffentlichte in seinem Blog einen kritischen Bericht zur Rolle des Militärs während der Revolution im Januar. Aus Protest gegen die unrechtmäßige Gefängnisstrafe ist der inhaftierte Blogger im August in den Hungerstreik getreten. Am 18. Oktober entschied ein Gericht, ihn in eine psychiatrische Klinik einzuweisen.

Zuletzt wurde am 30. Oktober dieses Jahres der prominente ägyptische Blogger Alaa Abdel Fattah festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, bei der Demonstration von koptischen Christen am 9. Oktober in der ägyptischen Hauptstadt zur Gewalt aufgerufen zu haben.
Er wollte lediglich über die Ereignisse berichten und half während des Protestes, Verletzte ins Krankenhaus zu schaffen.
"Diese unrechtmäßigen Repressionen, Anschuldigungen und Inhaftierungen müssen gestoppt werden", fordert ROG. Ansonsten drohe eine Rückkehr in die Ära Mubarak. "Der Übergang zu Demokratie und Menschenrechten ist gefährdet", warnt die Organisation.

ROG appelliert an die Öffentlichkeit, sich mit den inhaftierten Bloggern solidarisch zu zeigen und die Petition zu unterzeichnen.
Michael PohlMichael Pohl, pohl@tagesblick.de
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