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Michael Huether, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln, ist strikt gegen die Errichtung eines Europäischen Währ- ungsfonds (EWF) um Griechenland zu helfen. Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte am Wochenende diesen Vorschlag vorgebracht. Der EWF könnte für Europa werden, was der IWF, der Internationale Währungsfonds be- reits ist, eine Nothilfe.
Es geht eigentlich um die Grundsatzfrage, wie will Europa mit verschuldeten Mitgliedern der EU umgehen? Sollen solche Staaten Pleite gehen, oder nicht. Dabei ist Griech- enland, obwohl ganz aktuell, eher das geringste Problem. Weitaus größere Kopf- schmerzen bereiten der EU dabei Spanien und Portugal und auch Italien. Zwar hat die Athener Regierung erst vor wenigen Tagen erfolgreich Anleihen im Wert von fünf Milliarden Euro an die Finanzmärkte platziert und damit erst einmal die Gefahr einer Pleite gebannt. Doch in den kommenden Wochen werden den Griechen weitere Milliarden fehlen.
Michael Huether aber ist strikt gegen die Ein- richtung eines EWF: "Es hilft den Griechen jetzt nicht. Wir haben ein Institut - nämlich den Internationalen Währungsfonds - der das kann und der das auch gut geübt kann." Huether ist auch dafür, die Griechen erst mal selbst anpacken zu lassen, denn sie hätten ihn auch "selbst in Unordnung gebracht".
Der Präsident des Bayerischen Finanz Zentrums, Wolfgang Gerke, hat mit Blick auf die Schuldenkrise in Griechenland Banken eine erhebliche Mitschuld gegeben. "Die |
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Banken tragen ein gerüttelt Maß an Mitschuld. Erstens hat Goldman Sachs Griechenland geholfen, die Statistiken mit sogenannten SWAP-Geschäften zu manipulieren und Zahlungsströme in die Zukunft verpflanzt. Ein Vorgang, der im Rahmen der Legalität zu liegen scheint, aber letzten Endes unmo- ralisch ist. Zweitens hat man durch die Spekulation, dass Griechenland schon gerettet werde, letzten Endes dafür gesorgt, dass sich das Land ohne große Probleme verschulden konnte."
Aber Gerke ist optimistisch, dass der Euro "diese Belastungsprobe aushalten werde. Was aber, wenn Griechenland tatsächlich bald vor der Zahlungsunfähigkeit stünde? Der Vertrag von Maastricht verbiete es den Mit- gliedsstaaten, einander zu helfen, sagen kon- servative Ökonomen. Gerke ist der Meinung, dass Griechenland nicht das vordringlichste Problem der EU ist:" Schlimmer wird es, wenn Länder wie Spanien und Italien dazu stoßen sollten."
Aus dem Finanzministerium werden deshalb bereits Pläne für die konkrete Ausgestaltung des EWF bekannt. Geplant sei, dass der Fonds bedrängten Euro-Staaten im Fall von Schuldenkrisen mit Geld zu Hilfe eilen solle. Die Vergabe der Gelder wäre an strenge Bedingungen gekoppelt, der EWF würde also ähnlich arbeiten wie sein Pendant auf in- ternationaler Ebene, der IWF.
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