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Otto; Or, Up With Dead People - Kinostart: 18.09.
16.09.2008
Eine Polit-Zombie-Porno-Satire
Der Filmtitel ist Warnung - Otto; Or, Up With Dead People ist kein Mainstream-Film. Man fragt sich, wer da so leichtfertig dem deutschen Allzeit-Komik-Urgestein an den Zaun gepinkelt und gewagt hat, einen Otto-Film herauszugeben. Dahinter steht der kanadische Filmemacher Bruce LaBruce, szenebekannt für "new queer cinema" und sexuell freizügiges Lesben- und Schwulenkino, hier im Verleih von GMfilms. Voilà die Gründe für die geringe Anzahl an Verleihkopien und abenteuerlich-späte Spielzeiten. Der Film selektiert von vorneherein Zuschauer, die genau wissen was sie tun. So setzte sich das etwa 100 Köpfe zählende Publikum zu 98% aus Herrengrüppchen, 1 % Damen mit kahlrasier- tem Schädel und 1% Filmkritikern zusammen. Dabei ist der Film - bei einem gewissem Interesse an Underground-Produktionen und zugegebermaßen robustem Magen - durchaus als unterhalt- samer Film zu werten.

Ein Zombie (Jey Crisfar) wankt die Landstrasse hinunter, ohne Erinnerung an die eigene Vergangenheit, angezogen vom Geruch der Großstadt - Berlin. Sein Weg führt ihn zu der extravaganten Polit-Porno-Regisseurin Medea (Katharina Klewinghaus), die von dem Zombie mit dem Namen Otto so begeistert ist, dass sie ihn für ihre Zombie-Porno-Produktion "Up With Dead People" engagiert.
Damit sind die Grundlagen für den Film im Film gelegt und die Grenzen zwischen Film und Filmrealität verwischen zusehends. Die Logik wird nach und nach abgehängt, so daß einem oft nur das bloße Rezipieren der einzelnen Szenen bleibt. Und diese Szenen sind in den allermeisten Fällen außer- gewöhnlich und interessant in ihrer Skurrilität. Es wird sich aller denkbaren künstlerischen Freiheiten bedient. Dazu zählen stilistische Mittel, wie den Schwarz-Weiss-Filter, der über eine Person gelegt wird, die wie einem Stummfilm entsprungen scheint, aber auch die extravaganten Monologe der Medea, die immer für Lacher sorgen, wenn sie fortwährend doziert über die kranke Gesellschaft, die Zerstörungslust und den Konsum.

Der Film nimmt sich, seine Darsteller, sein Thema und verschiedene Film-Genres so sehr auf die Schippe, daß dem Filmkritiker nichts zu tun übrig bleibt. In der Sneak Preview ausgestrahlt, ein unvorbereitetes, überwiegend heterosexuell orientiertes Publikum treffend, wäre "Otto" der sprichwörtliche GAU. Dafür ist der Film zu schräg und in sexuellen Szenen zu explizit. Es überrascht nicht im Internet zu lesen, daß der bis dato unbekannte Otto-Darsteller Jey Crisfar und der seinen Geliebten Rudolf verkörpernde Gio Black Peter beide nicht nur schwul sind, sondern stilecht ein non-konformes Weltbild (Crisfar) bzw. einen
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