zurück zum Archiv
Video on Demand

     |   RSS   |   Suche     
Blickpunkt Kino Bücher 
StartKultur & BuntesKino
Kino
Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken Diesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel weiterempfehlen
Der Baader-Meinhof-Komplex - Kinostart: 25.09.
25.09.2008
Der Baader-Meinhof-Komplex
Deutschland Ende der Sechziger. Der Vietnamkrieg facht den Unmut einer Generation an, die von der Erbschuld des Nationalsozialismus und dem Kalten Krieg der Gegenwart traumatisiert ist. Das Duo Bernd Eichinger und Uli Edel zeigt die Geburt und den Niedergang der 1. Generation der Roten-Armee-Fraktion um Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) und Ulrike Meinhof (Martina Gedeck), die der BRD mit idealistischen Motiven und Gewalt als Mittel zum Zweck den Kampf ansagten.

Schon im Vorfeld wurde diese Realverfilmung hochgelobt und kritisiert. Zu offensichtlich sei die Vorgehensweise Eichingers ("Das Parfüm", "Der Untergang"), der diesmal die Regie Uli Edel ("Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo") überlässt, erneut ein Kapitel der deutschen Geschichte aufzuarbeiten und die Elite deutscher Schauspielkunst zu verpflichten. Damit erhöhe man die Aussicht auf den Kassenerfolg, dann klappt es auch mit dem Oscar, für den der "Baader-Meinhof-Komplex" nächstes Jahr ins Rennen geht.

Zunächst sei dem erwidert, dass zwar die Besetzung vorzüglich (insbesondere die Personenähnlichkeit mit den tatsächlichen RAF-Angehörigen ist faszinierend) gewählt ist, aber inzwischen haben wir in Deutschland mehr als eine Handvoll guter Schauspieler. Benno Fürman, Franka Potente und Til Schweiger zum Beispiel waren nicht dabei. Und welcher Schauspieler würde sich bei einer Eichinger-Produktion schon verweigern? Zweitens hatten Edel & Eichinger wohl kaum eine US-amerikanische
Oscar-Jury im Sinn, als sie die Anfangszene an einen FKK-Strand verlegten und später nochmal die Spät-68-angehauchten Wider- ständler beim Nacktsonnenbaden im muslimischen Terroristencamp zeigen. Also eher kein Oscar nächstes Jahr.

Als Eichinger einst zur Intention für den Dreh von dem Bunkerdrama "Der Untergang" befragt wurde, sagte dieser sinngemäß, daß dieses Kapitel Geschichte von uns Deutschen erzählt werden könnte und noch wichtiger: werden müsste. Und es gibt nicht wenige, die ihm dankbar dafür sind, daß uns nicht Tom Hanks in SS-Uniform vorgesetzt wurde, um ein Stück unserer Geschichte zu verkörpern. Wer Zweifel hat, kann sich ja schon mal an dem Tom Cruise-Trailer für "Walküre" ergötzen, in dem der TopGun-Boy (Scientologe oder nicht) dem Oberst von Stauffenberg in James-Bond-Manier cool-dümmliche Kommentare in den Mund legt.

Und der "Baader-Meinhof-Komplex" ist wesentlich anspruchsvoller. Keine leicht zu konsumierende Kinokost. In 150 Minuten werden die wichtigsten Ereignisse der RAF von 1967 zum Herbst 1977 bis zur Ermordung Schleyers chronologisch verfilmt. Die Detailverliebtheit, das genaue Nachstellen alter Aufnahmen, droht schon beim einheimischen Publikum nicht anzukommen. Wenn irgendwo die Frage zu lesen stand, warum nun schon wieder eine Aufarbeitung dieses Themas sein musste, dann könnte man entgegnen, daß die Zahl der Bürger wächst, die RAF weltoffen mit "Royal Air Force" übersetzen würde. Filme sind ein unverzichtbares Mittel geworden,
1  2   > weiter
0 Kommentare
Einen Kommentar hinterlassen:  (Bitte alle Felder ausfüllen!)
 
Name:
 
E-Mail:
 
Kommentar:
 
Spam-Schutz: 
 
Kino
Rubrikartikel
Men in Black 3: Premiere in Berlin ...mehr
"Das Turiner Pferd" - Kinostart: 15.03.2012 ...mehr
"Berlinale goes Kiez" 2012 ...mehr
Filmstudio Babelsberg in Potsdam wird am Sonntag 100 Jahre alt ...mehr
Was wäre wenn.. ...mehr
Webtrends
Rubrikartikel
Facebook bleibt eine Einbahnstraße  ...mehr
Reporter ohne Grenzen veröffentlichen Bericht über"Feinde des Internets"  ...mehr
Gamification - Wie Spiele die Welt verändern ...mehr
Datenschützer Caspar zu facebook: "Zeit der Verhandlungen ist jetzt vorüber" ...mehr
iPad3 - Mit LTE die Revultion im mobilen Datentransfer. ...mehr


Kinozum Archiv