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Die Stadt der Blinden
24.10.2008
Die Stadt der Blinden
Auf einer viel befahreren Kreuzung erblindet ein Mann am Steuer seines Autos. Er ist das erste Opfer der "Weissen Blindheit", eine Krankheit, die die Bewohner der Großstadt von einen Moment auf den anderen befällt und hoch ansteckend ist. "Die Stadt der Blinden" ist eine Romanadaption des Buches von Jose Saramago, welcher sich fast 10 Jahre gegen die Verfilmung des Stoffes gesträubt hat. Die Ehre wurde schließlich dem Regisseur Fernando Mereilles ("City of God", "Der ewige Gärtner") zuteil und hat leider nur die Befürchtungen des Autors zur Unverfilmbarkeit bestätigt.

Die Grundidee ist faszinierend: was würde passieren, wenn eine ganze Stadt erblindet? Zunächst werden die Betroffenen noch wie Aussätzige behandelt und von der staatlichen Autorität in eine leerstehende Heilanstalt gepfercht. Dort werden sie zwar mit Nahrungsmitteln versorgt, aber ansonsten überlässt man die hilflosen Menschen aus Angst vor Ansteckung sich selbst. Bald herrscht Chaos und Anarchie. Unter den Internierten befindet sich eine Frau (Julianne Moore), die aus ungeklärten Gründen nicht erblindet ist, dies aber vorgibt, um bei ihrem Ehemann (Mark Ruffalo) zu bleiben. Ihre Sehkraft unter Blinden ist ein Vorteil, der immer mehr zur Bürde wird. Während der Film sich fortan auf die Vorgänge in der Heilanstalt konzentriert, wird erst in der letzten Viertelstunde gezeigt, wie auch die Großstradt im Chaos versunken ist.
Endzeitfilme wie "28 days later", "The Happening" oder jetzt eben "Die Stadt der Blinden" haben es nicht leicht. Innerhalb von 120 Minuten müssen sie sich entscheiden ob sie in erster Linie Horrorthriller oder Satire, Actionfilm oder Drama sein möchten. Andernfalls drohen sie in die Unglaub- würdigkeit abzurutschen, was in diesem Filmgenre ein unverzeihlicher Fehler ist.

Dem Film "The Happening", in dem ein Pflanzentoxin die Menschen in den Selbstmord treibt, ist das passiert. Zwar war auch hier die Grundidee interessant und es wurde mit einfachsten Mitteln eine nicht zu leugnende Spannungsintensität erzeugt, aber flache Dialoge, Logikfehler und nicht nachvollziehbare Charaktere verhinderten, dass dieser Film sich von den üblichen Trash-Filmen absetzen konnte.

Auch "Die Stadt der Blinden" tut sich nicht durch geistreiche Dialoge hervor, allerdings wurde im Sinne der Romanversion verstärkt Wert auf die psychologische Komponente gelegt. Mit Julianne Moore als Sehende ("Magnolia", "Schiffsmeldungen"), ihrem Mann und Arzt gespielt von Mark Ruffalo ("Zodiac"), Danny Glover ("Lethal Weapon") als grundsätzlich Blinden und Gael García Bernal ("Fidel", "Dreaming of Julia") als tyrannischem "Stationskönig" wurde ein beeindruckendes Darstellerensemble auf- gestellt, das diesen Film trotz Schwächen sehenswert macht. Allerdings wurde ver-
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