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"96 Hours" - Filmstart: 19. Februar
17.02.2009
Ein Vater sieht rot
Zum Inhalt: Bryan Mills (Liam Neeson), ehemaliger Topagent der Regierung, hat sich nach Los Angeles zurückgezogen, um in der Nähe seiner Ex-Frau Lenore (Famke Janssen) und ihrer gemeinsamen Tochter Kim (Maggie Grace) zu wohnen. Vergeblich bemüht er sich um Kontakt zu der verwöhnten Siebzehn- jährigen, die in einer Welt des Luxus lebt, seit Lenore einen reichen Geschäftsmann geheiratet hat.

Unter dem Druck von Leonore stimmt Bryan einer Europareise seiner Tochter zu. Kim fliegt mit ihrer Schulfreundin Amanda nach Paris, wo die beiden Teenager kurz nach ihrer Ankunft in die Fänge von Frauen- händlern geraten, die junge alleireisende Touristinnen systematisch am Flughafen abfangen.

Bryan muss das brutale Kidnapping am Telefon hilflos mit anhören. Ihm bleiben nur 96 Stunden, um seine Tochter aus den Fängen der international operierenden Schlepperorganisation zu befreien, bevor sie für immer in einem dunklen Bordell oder im Privatharem eines reichen Magnaten verschwindet.

Das letzte Telefonat mit dem Vater, bevor die Entführer zuschlagen: Kim (Maggie Grace)
Das letzte Telefonat mit dem Vater, bevor die Entführer zuschlagen: Kim (Maggie Grace)

Selbstjustiz scheint in den USA immer noch ein äußerst publikumswirksames Thema zu sein. Die Radikalität und Härte, mit der Liam Neesons Figur gegen das organisierte Verbrechen vorgeht, erinnert an Charles Bronsons unerbittlichen Rachefeldzug in "Ein Mann sieht rot". Leichen pflastern den Weg des 'guten Amerikaners' durch den düsteren Pariser Großstad-Untergrund, der von skrupellosen Banden osteuropäischer Provenienz beherrscht wird. Als moralische Rechtfertigung für das gnadenlose Vorgehen eines Einzelnen gegen das organisierte Verbrechen spielt "96 Hours" denn auch gekonnt auf der Klaviatur der kollektiven (nicht nur) amerikanischen Ängste und Klischee- vorstellungen.

Jenseits aller kritischen Vorbehalte kommt "96 Hours" als gradliniger, harter, spannen- der Actionthriller daher, der mit seinem Hauptdarsteller steht oder fällt. Und Liam Neeson gibt den Action-Helden so energiegeladen und überzeugend, dass man sich wünscht, die Bond-Macher hätten ihm die Nachfolge von Pierce Brosnan angetragen. Denn anders als die meisten Action-Darsteller kann Neeson wirklich spielen und macht - soweit es das doch sehr eindimensionale Drehbuch zulässt - aus dem plakativen Part des väterlichen Rächers eine psychologisch interessante und durchaus glaubwürdige Figur.

Bilder: 20th Century Fox
 
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