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"2012" - Kinostart: 12.11.2009
12.11.2009
Schaffa, schaffa, Welt versenka
Im Jahre 2009 erhält die amerikanische Regierung einen vertraulichen Report, nach dem die Erde dem Untergang geweiht ist. Während Wissenschaftler nach Auswegen suchen, wird den Normalbürgern rund um den Globus die Nachricht von der nahenden Katastrophe vorenthalten, um Panik- reaktionen und Aufstände zu vermeiden. Zu denen würde es zurecht kommen, wenn die Menschen erführen, dass die Regierungen der führenden Nationen einen geheimen Katastrophenplan entwickeln, der nach dem Arche-Noah-Prinzip nur die Rettung einiger weniger Gerechter vorsieht. In dem Fall aber eher Selbsgerechter, zu denen Politiker, Potentaten und Superreiche gehören: die Queen mit ihren Schoßhündchen und die deutsche Bundeskanzlerin etwa - hier erweist sich Emmerich als guter Wahlprognostiker. Alleine der amerikanische Präsident, solide verkörpert von Danny Glover, weigert sich, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen und gibt vorbildhaft den ehrlichen Steuermann.

Wie bereits in seinen anderen Hollywood-Filmen geriert sich der Exil-Schwabe Roland Emmerich auch in "2012“ als guter (Wahl-) Amerikaner. Die seinem Untergangszenario zugrunde liegende Ideologie ist unreflektiert elitär und stramm patriotisch. Sie hinterlässt einen schalen Nachgeschmack, auch wenn man sich dem Sog der Bilder kaum entziehen kann.

Der eigentliche Held in "2012" ist der ver- kappte Schriftsteller und problembeladene Familienvater Jackson Curtis. John Cusack spielt ihn sehr überzeugend im Balanceakt zwischen intellektuellem Loser und helden- mütigem Überlebenskämpfer. Als Curtis mit seinen zwei nölenden Kids einen Familien- ausflug in den Yellowstone-Nationalpark unternimmt, stößt er nicht nur auf eine gigantische militärische Forschungseinrich- tung, sondern auch auf den exzentrischen Wissenschaftler Charlie Frost (Woody Harrelson in einer aberwitzigen Paraderolle), der alle Anzeichen vom Ende der Welt akribisch festhält. Jackson nimmt ihn zu- nächst nicht ernst. Doch als bald darauf in Los Angeles die Straßen aufbrechen, muss er den Kampf gegen die Zeit und die bevor- stehende Naturkatastrophe aufnehmen.

Die thematische Verbindung zu den Prophe- zeiungen der Maya, auf die der Filmtitel verweist, bleibt vage. Stattdessen mixt Regisseur Roland Emmerich in "2012" nach erprobt erfolgträchtiger Actionkino-Rezeptur ein bildgewaltiges, computertechnisch meis- terhaft generiertes Gebräu aus Tsunamis, Erdbeben und Vulkanausbrüchen, versetzt mit vorhersehbaren und klischeebeladenen Human-Interest-Stories. Am Ende geht's dann für die Überlebenden ironischerweise dahin zurück, wo einst alles begann: nach Afrika. .

 
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