 |
Es ist der monumentalste aller Monumentalfilme: „Ben Hur“. Das Studio MGM und der Regisseur William Wyler - ein Neffe des aus dem oberschwäbischen Laupheim stammenden Studiobosses Carl Laemmle - setzte 50.000 Komparsen, 365 Sprecherrollen und über eine Million Requisiten ein, um die Geschichte des fiktiven jüdischen Fürsten Judah Ben Hur und seines Rivalen Messalas zu erzählen.
40.000 Tonnen Mittelmeersand wurden angekarrt. Auch die Produktionskosten von knapp 16 Millionen Dollar für die Verfilmung des gleichnamigen Romans des Bürgerkriegsgenerals Lew Wallace sprengten alle Rekorde.
Rekordverdächtig dann aber auch die Oscarflut einige Monate nach dem Filmstart am 18.11.1959: „Ben Hur“ bekam 11 Academy Awards. Ein Rekord, der bis heute ungebrochen ist. Eine goldene Statuette für den besten Film, die beste Regie, den besten Hauptdarsteller und den besten Nebendarsteller. Einen Oscar gab es auch in den Kategorien Kamera, Szenenbild , Kostümdesign und Filmmusik. Und auch die besten visuellen Effekte und der beste Ton wurden ausgezeichnet.
Die wohl beste Szene: Das Wagenrennen. Charleton Heston und Steven Boyd liefern sich vor brodelnder Kulisse in der Arena ein packendes Duell. „ Das war ein unglaubliches Erlebnis auf diesem Riesenbild“, erinnert sich der Leiter der Filmfestspiele Biberach, Adrian Kutter.
|
 |
Als 16-jähriger war er zum Filmstart Ben Hurs eigens nach München gefahren. In der deutschen Provinz, etwa in Kutters Heimatstadt Biberach, wurde das 220-Minuten lange Werk erst ein paar Wochen später gezeigt. „Da fuhren dann Sonderzüge und Sonderbusse aus dem ganzen Kreisgebiet in die Stadt hinein - das war damals die reine Wallfahrt zu Ben Hur.“
Auch 50 Jahre nach seiner Premiere überzeugt der Film noch, meint der Leiter des Filmfests Biberach. „Er hat große Qualitäten in allen Bereichen - beim Schnitt, der Kameraführung und den visuellen Effekten.“ Den Aufwand, den man bei Ben Hur getrieben hat, könne sich keiner mehr erlauben, so Adrian Kutter. „Heute hat man keine 50.000 Komparsen, sondern nur 500 und die werden dann digitalisiert. Aber man sieht es, dass es bei „Ben Hur“ alles live ist und nicht mit Tricks gearbeitet wird. Der Film ist wirklich ein absolutes Meisterwerk der Filmgeschichte, das heute immer noch Gültigkeit hat.“
Für den konservativen Hauptdarsteller Charlton Heston war es die Rolle seines Lebens. Der ein Meter 91 große Hüne, der auch in Sandalen und kurzen Gewändern eine gute Figur machte, wurde zur Idealbesetzung des Helden in den Monumentalfilmen Hollywoods.
|
 |