Seine ersten Kinoerfolge hatte Kohlhaase, gemeinsam mit Gerhard Klein, mit den berühmten "Berlin-Filmen". Aus Arbeiten wie "Berlin - Ecke Schönhauser" (Gerhard Klein, 1956/57) sprechen Begeisterung für den Neorealismus und ein Sinn für soziale Realität. Sie gehören zu den ersten authentischen Gegenwartsfilmen der DEFA und brachten eine neue Tonlage in die Kinos der DDR. Das Leben in der geteilten und nun wieder vereinten Stadt Berlin durchzieht Kohlhaases Werk seither wie ein roter Faden, der bis zu "Sommer vorm Balkon" (Andreas Dresen, 2004/05) reicht. Eine zweite Konstante, die Beschäftigung mit dem deutschen Faschismus und seinen Folgen, führte ihn mit Konrad Wolf zusammen, mit dem er vier Filme realisierte. Bei Wolfs letzter Arbeit, "Solo Sunny" (1978 - 80), der 1980 auf der Berlinale einen Silbernen Bären gewann, war der Autor Kohlhaase erstmals auch Co-Regisseur. Einem anderen Kohlhaase- Film, "Der Aufenthalt" (Frank Beyer, 1982/83), blieb die Berlinale-Teilnahme seinerzeit verwehrt: nach einem Einspruch der pol- nischen Regierung zog die DDR den Film, der die Geschichte eines deutschen Soldaten in einem polnischen Gefängnis am Ende des Krieges erzählt, zurück.
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"In Wolfgang Kohlhaase findet sich der seltene Fall eines Autoren, dessen Name stets in einem Atemzug mit dem des Regisseurs genannt wird. Das Gespür für Authentizität in seinen Figuren wie in seinen Geschichten, seine lakonische, sehr öko- nomische Sprache und seine feine Ironie sind ein Glücksfall für das deutsche Kino. Mit Hanna Schygulla ehren wir eine Darstellerin, die, von Fassbinder in seinen frühen Filmen als Anti-Star inszeniert, mit ihrem sinnlichen Spiel und ihrer gefühlvollen Stimme zu einer der aufregendsten europäischen Schau- spielerinnen wurde“, begründet Dr. Rainer Rother, der Künstlerische Direktor der Deutschen Kinemathek, die Entscheidung für die nächstjährige Hommage.
 Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase

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