Mit ihrem neuen Film "Die Friseuse“ wagt sich die Wahl-Münchnerin zum ersten Mal in den Osten der Republik. Kritisch-witzig nimmt sie den Berliner Behördendschungel aufs Korn und entdeckt im Überflug die Marzahner Betongebirge. Entstanden ist trotz der schwergewichtigen Themas eine flott erzählte, Warmherzigele Light-Komödie ohne Berührungsangst vor etwas Sozialkitsch und -klischee.
Unerbittlich liebevoll richtet Dörrie die Kamera auf die hüllenlose Leibesfülle ihrer Prota- gonistin. Das ist ein kalkulierter, wenn auch im Verlauf des Filmes etwas über- strapazierter Tabubruch, dennoch hat die selbstverständliche Ehrlichkeit des Kamera- blickes durchaus etwas Befreiendes. Die Friseuse erinnert in ihrer Mischung aus Skurrilität und Herzenswärme, Humor und Sozialkritik an die leichtfüßigen britischen Sozialkomödien wie "Grasgeflüster“, "Calen- dar Girls“ oder "Happy Go Lucky“.
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