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"Ökonomischen Druck gab es bei den Dreharbeiten nicht, wir hatten überhaupt kein Geld.“ Der norwegische Regisseur Hans Pet- ter Moland bestreitet seine Interviews mit diesem kargen nordischen Humor, der auch den Ton seines Filmes bestimmt. "Ein Mann von Welt“ entstand in sechs Wochen, damit sein Hauptdarsteller, der wunderbare Stellan Skarsgård, danach rechtzeitig bei der Geburt seines Sohnes dabei sein konnte. Die norwegisch-schwedisch-finnische Gemein- schaftsarbeit überzeugt mit kratzbürstig-liebenswerten Figuren, knochentrockenem Dialog und perfektem Timing. Für das bes- tens aufeinander eingestimmte Ensemble, die originellen Regieeinfälle und den liebe- voll-grimmigen Blick auf die Lebenswidrig- keiten am (Ab-)Grund der Gesellschaft gab es nach der Uraufführung im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale den Leserpreis der Berliner Morgenpost.
Die Geschichte klingt zunächst eher banal: Nach 12 Jahren im Knast wird Ulrik (Stellan Skarsgård) aus dem Gefängnis entlassen. Er hatte damals den Liebhaber seiner Ehefrau erschossen und war von dessen Bruder Kenny verpfiffen worden. Ulriks Ganoven- freund hat mit Kenny noch eine Rechnung zu begleichen und wäre gar nicht unglücklich, wenn ihn Ulrik abknallen würde. Dafür bringt er den Ex-Knasti im Kellerzimmer seiner rabiaten, allein lebenden Schwester unter und besorgt ihm eine Knarre und ein Alibi.
Inzwischen hat Ulrik auch noch ganz andere Probleme, mit den Frauen etwa. Er muss sich mit den erotischen Avancen seiner grantigen Vermieterin arrangieren, was dem |
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Film Sex-Szenen beschert, die Sie so garantiert noch nicht gesehen haben. Dann ist da noch seine Ex, die den gemeinsamen Sohn gegen ihn aufgebracht hat. Der wieder- um hat eine hochschwangere Verlobte, die sich einen Mörder als Großvater ihres Kindes nicht vorstellen kann. Last not least ist da die traurige Tochter seines neuen Bosses, der ihm wortreich eine zweite Chance gibt unter der Bedingung, dass Ulrik die Hände von ihr lässt. Ulrik versucht es irgendwie allen recht zu machen und stolpert doch von einem Fettnäpfchen ins nächste. Und dann ist er plötzlich doch der rechte Mann am rechten Platz.
Es ist vor allem der Hauptdarsteller, der den Film aus dem Banalen hebt: Stellan Skarsgård spielt den ungelenken, sanft- mütigen Loser mit krimineller Vergangenheit bewundernswert leicht und authentisch, ganz körperlich und präzise bis in die kleinste Gesichtsregung. Es macht unglaublichen Spaß, ihm dabei zuzuschauen, wie er in der kalten Welt gegen die gesellschaftliche Isolation und um (s)ein Stück Menschlichkeit ringt. Warum Regisseur Moland in einer norwegischen Produktion die Hauptrolle mit einem Schweden besetzt hat? "Einen Mann, der Menschen umbringt, findet man viel leichter bei den Schweden, die sind taffer.“ Na ja, Skarsgårds Talent und internationales Format ("Mamma Mia!", "Fluch der Karibik", "Illuminati") wird sicherlich auch ins Gewicht gefallen sein.
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