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Berlinale 2010: Preisträger Berlinale Shorts
17.02.2010
Kurz und preiswürdig
Sie sind das Sahnehäubchen auf der Berlinale-Geburtstagstorte und ein kleines Festi- val im großen Berliner Festival, die Berlinale Shorts. In fünf Programmen gibt es auch dieses Jahr Kurzfilm satt, von zwei Minuten bis zu knapp einer halben Stunde lang. Die Internationale Kurzfilmjury wählte aus den 25 Wettbewerbsbeiträgen ihre Favoriten aus. Hier alle Preisträger und die Begründungen der Jury:

Der Goldene Bär geht an "Händelse Vid Bank" von Ruben Östlund (Schweden):

96 Darsteller performen einen gescheiterten Banküberfall. „Unser aller Imagination eines Überfalls ist geprägt vom Kino: ein Überfall läuft perfekt ab, schnell, zügig, effizient. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Was bedeutet das für mich, den Zeugen, wenn die imagi- nierte Wirklichkeit von der Realität überholt wird?“ kommentiert Ruben Östlund seinen Film.

Die Jury: "Ruben Östlunds Film ist eine Reflektion un- serer Zeit und wie diese von den Medien beeinflusst ist. Gefilmt mit einer einzigen Kamera und ohne einen einzigen Schnitt, wird in das Filmbild hinein- und herausgefahren, als würde der Regisseur ei- ne Überwachungskamera auswerten. Perfek- te Dialoge, und die Menschlichkeit wird mit Humor dargestellt.“

Der Silberne Bär geht an "Hayerida" von Shai Miedzinski (Israel):

"Die israelische Wüste liefert den ebenso staubigen wie intensiven Hintergrund für ein hermetisches Roadmovie zum Thema Ver- lust. Es ist schwer, Familientrauer in Bilder zu übersetzen, aber Regisseur Shai Miedzinski hört dem Wind zu und gibt den Emotionen einen Rahmen.“

Das Stipendium des DAAD Künstlerpro- gramms in Berlin geht an Adrian Sitaru (Rumänien) für "Colivia" :

"Eine perfekt geschnittene und getaktete Mini- atur, ein Kammerspiel innerhalb eines Wohn- blocks in einer namenlosen rumänischen Stadt. Witzig, herzlich und mit einem wunder- vollen Rhythmus versehen, benötigt Regis- seur Adrian Sitaru lediglich 17 Minuten, um seine drei Protagonisten zu porträtieren.“

Die Nominierung für den europäischen Kurzfilmpreis geht an "Venus vs Me" von Natalie Teirlinck (Belgien):

"Ein experimenteller Versuch, aus einer Innenperspektive Kindheitserinnerungen zu erzählen - mit Hilfe einer komplexen Montage- technik. Bilder und Sound werden eins, eine Geschichte wird prismatisch erzählt. Die Re- gisseurin Nathalie Teirlinck fügte viele Einzel- teile meisterhaft zu einem Puzzle.“
 
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