zurück zum Archiv
Video on Demand

     |   RSS   |   Suche     
Blickpunkt Kino Bücher 
StartKultur & BuntesKino
Kino
Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken Diesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel weiterempfehlen
Berlinale 2010: "Rompecabezas" ("Puzzle") im Wettbewerb
18.02.2010
Puzzleman(n)ia
Als Frau einen Mann kennenlernen und dann mit ihm Puzzles legen? Fällt den beiden nichts Besseres ein? Wohin das gemeinsame Puzzeln führt, zeigt "Rompecabezas“, der heutige Wettbewerbsbeitrag der argentini- schen Regisseurin Amalia Smirnoff.

Maria del Carmen ist gerade 50 geworden, aber selbst an ihrem Geburtstag wirbelt sie nur in der Küche herum, ihre Gäste sollen sich schließlich wohlfühlen. Die argenti- nische Charakterdarstellerin Maria Onetto legt ihre Figur ganz zurückhaltend an. Kleine Gesten und minimale Veränderungen in der Mimik deuten an, dass Maria es müde ist, die gut gelaunte, selbstlose Versorgerin ihres Mannes und der zwei erwachsenen Söhne zu sein. Als sie unter den Geburtstags- geschenken jedoch ein Puzzle entdeckt und es im Nu ganz locker intuitiv zusammen- steckt, weicht der Hausfrauen-Blues der Leidenschaft für die Puzzelei. Sie holt in einem Spezialgeschäft Nachschub (Ravens- burger wird sich über das Product-Placement freuen) und antwortet auf eine Puzzlepartner-Suchanzeige. Prompt bewirbt sie sich und landet mit dem charmanten, reichen Single, der hinter der Annonce steckt, nicht nur das nationale Championat, sondern auch im Bett. Zu Hause müssen sich ihre drei Männer inzwischen selbst versorgen lernen und proben den Aufstand, allen voran der entnervte Ehemann, dem Maria nicht mehr das Essen und die Liebe nachträgt.

Der Film vermeidet bravourös jegliches klischeehafte familiäre Rollen- und Macht-gezerre. Maria darf sich verändern, und damit verändern sich ihre Lieben. Auch der Ehe- mann darf aus der (Macho-)Rolle fallen und lernt, seine Frau loszulassen und Bäume zu umarmen.

Der argentinischen Regisseurin Natalia Smirnoff ist mit "Rompecabezas“ (spanisch für 'Puzzle', wörtlich 'Kopfzerbrechungen') nach eigener Drehbuchvorlage ein bemer- kenswerwer kleiner Debütfilm geglückt. Ihre Maria ist ganz menschlich, ganz lebendig und ganz nah. Und sie darf ganz sie selbst wer- den. Die Kamera fängt in Maria Onettos herbem, ausdrucksstarkem Gesicht behut- sam die kleinste emotionale Regung ein, um sich diskret zu distanzieren, wenn die Gefühle intensiver werden. So entsteht ein dichtes, authentisches Porträt einer Frau, die ihre Stärke entdeckt, ohne andere zu schwächen.
Regisseurin Natalia Smirnoff
Regisseurin Natalia Smirnoff

 
0 Kommentare
Einen Kommentar hinterlassen:  (Bitte alle Felder ausfüllen!)
 
Name:
 
E-Mail:
 
Kommentar:
 
Spam-Schutz: 
 
Kino
Rubrikartikel
"Berlinale goes Kiez" 2012 ...mehr
Filmstudio Babelsberg in Potsdam wird am Sonntag 100 Jahre alt ...mehr
Was wäre wenn.. ...mehr
Melancholia - ein mitreißendes Meisterwerk ...mehr
Hilfe, die Wikinger kommen wieder!  ...mehr
Webtrends
Rubrikartikel
Gamification - Wie Spiele die Welt verändern ...mehr
Datenschützer Caspar zu facebook: "Zeit der Verhandlungen ist jetzt vorüber" ...mehr
iPad3 - Mit LTE die Revultion im mobilen Datentransfer. ...mehr
Personenidentifizierung per Smartphone ...mehr
Google versucht im dritten Anlauf doch noch im Social Media Markt mitzumischen. ...mehr


Kinozum Archiv