Eine Polarstation auf einer einsamen Insel im Arktischen Meer. Früher befand sich hier eine wichtige Forschungsstation, inzwischen sind der erfahrene Meteorologe Sergei und der Hochschulabsolvent Pavel ihre einzigen Bewohner. Bald wird ein Schiff eintreffen und die beiden abholen. Aber zuvor entbrennt in der arktischen Kälte zwischen den so un- gleichen Männern ein erbitterter Kampf. Die Natur, von Kameramann Pavel Kostomarow brillant ins Bild gesetzt, spielt im Film die eigentliche Hauptrolle. Die beiden einzigen menschlichen Protagonisten des Films, Grigori Dobrygin und Sergei Puskepalis konnten heute einen Silbernen Bären als Beste Darsteller erbeuten, nachdem sie im Film selbst fast zur Beute eines höchst lebendigen weißen Artgenossen geworden wären. "Kak ya provel etim letom" ("How I Ended This Summer") heimste auch den Silbernen Bären für eine Herausragende künstlerische Leistung in der Kategorie Kamera ein.
 Zwei am Ende der Welt: Grigory Dobrygin, Sergei Puskepalis

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Es mag einige Feuilletonisten überraschen, aber das Berliner Filmfest liebt ja bekanntlich kontroverse Entscheidungen. So bakam der Geist der diesjährigen Berlinale, "Ghost- writer"-Regisseur Roman Polanski durch- aus verdientermaßen den Silbernen Bären für die Beste Regie. Der Preis würdigt Po- lanskis stilsichere, wenn auch nicht unbe- dingt innovative Regiearbeit, ist aber viel mehr noch eine symbolische Geste und ein Zeichen der künstlerischen Solidarität mit dem langgedienten Filmemacher. Polanski selbst, immer noch im Zimmerarrest in sei- nem Schweizer Chalet, war bei der heuti- gen Preisverleihung nicht dabei. "Auch wenn ich gekonnt hätte, wäre ich nicht gekommen. Als ich das letzte Mal zu einem Festival gegangen bin, um einen Preis entgegenzunehmen, la dete ich im Gefängnis", ließ er heute Abend im Berlinale Palast selbstironisch verkünden.
Für ihre mutige, tabulose Darstellung in "Caterpillar" wurde die japanische Schau- spielerin Shinobu Terajima als Beste Darstellerin ausgezeichnet, Tief prägt sich ihre fast emotionsentleertes Gesicht ein, die Maske, mit der sie ihren im Zweiten Weltkrieg völlig verkrüppelten Mann in Empfang nimmt. Den 'Kriegsgott' zu pflegen wird hinfort zu ihrer patriotischen Pflicht. Ganz allmählich belebt sich das Gesicht der scheinbar so geduldigen, aufopferungsbereiten Ehefrau. |