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Sin nombre - der Film zum Nachdenken
25.05.2010
Immigration
"Sin nombre" ist ein Film wie eine Zweibel. Je nachdem, wie weit man schält, kann man verschiedene Filme sehen: Den, der die brutale Welt der Maras, der Straßenbanden in Mittelamerika zeigt. Oder den, der eine Liebesgeschichte zeigt, oder den, der ganz nüchtern die Realität von Millionen von Mittelamerikanern darstellt: Ein Leben zwi- schen Gewalt, Verzweiflung, Immigration und Hoffnung

"Sin nombre" läuft bei uns derzeit in den kleine Programm-Kinos. Die aber immerhin sind fast immer ausgebucht. Und das zurecht. "Sin nombre" ist ein Film, der etwas Vorwissen verlangt, sonst bleibt nur der Eindruck eines exotischen Actionfilms übrig. "Sin nombre" ist nämlich eigentlich ein Film der mitten reinspringt in die Armut und Gewalt einer durchschnittlichen mittelamerik- anischen Stadt und in die Frage, die sich dort jeder gesunde Jugendliche zwischen 12 und 20 stellen muss: Auswandern oder bleiben? Oft, und das macht der Film deutlich, beantworten andere die Frage für einen.

Die Familie, die Armut, die Straßengang, der man entkommen will. "Sin nombre" ist inhaltlich schnell erzählt: Eine junge Maya-Nachfahrin aus Guatemala, Sayra, immigriert mit ihrem Vater und ihrem Bruder in die USA. Wie für Millionen anderer Armer, führt sie ihre illegale Ausreise auf dem Dach eines Zuges durch Guatemala und Mexiko bis an die
Grenze zur USA. In Mexiko stößt Casper zu ihnen. Er ist Mitglied der berüchtigten Straßengang Mara Salvatrucha, die zum Brutalsten gehört, was Straßengangs zu bieten haben. Die Aufnahmeprüfung besteht daraus, sich blutig zusammenschlagen zu lassen und ein gefesseltes und somit wehrloses Mitglied einer rivalisierenden Gang mit einem Bolzenschußgerät zu töten.

Casper ist mit zwei weiteren Bandenmit- gliedern unterwegs um die auf dem Zugdach reisenden, verachteden Indios auszurauben, die auf dem Weg in die USA sind. Als einer der Gangmitglieder auf dem Zugdach Sayra ermorden will, hilft Casper ihr und tötet sein Gang-Mitglied. Damit ist er ein Außge- stoßener und wird von seiner Gang gejagt. Er bleibt auf dem Zug und reist mit den Illegalen und Sayra in Richtung USA. Sayra und er kommen sich fast sprachlos näher. Er wird ihr Beschützer, bis er an der US-Grenze von seiner Gang eingeholt und getötet wird. Er opfert sich für sie.

Das ist die vordergründige Geschichte; eine Geschichte von voll-tätowierten Mara-Gang-Mitglieder, die in den Slums von Mexiko Familienersatz, Arbeitsplatz und Unterschlupf zugleich sind. Es ist eine Geschichte von Leben, die schon zu Ende sind, bevor sie angefangen haben und die in der Regel sowieso früh enden. Das sind bunte, exotische Bilder die in ihrer Andersartigkeit
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