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Wenn Eisbär und Löwe gemeinsam ums Überleben kämpfen
09.10.2010
Konferenz der Tiere
Basierend auf einer Erzählung von Erich Kästner zeigt „Die Konferenz der Tiere“ eindrucksvoll und unterhaltsam, wie Tiere und Umwelt an der Spezies Mensch leiden.

Im afrikanischen Okavango-Delta versiegen die Flüsse und Seen, aus dem nahegelegenen Gebirge fließt kein Wasser mehr ins Tal. Löwen, Elefanten, Erdmännchen, Nashörner, Büffel und allen anderen tierischen Bewohnern der Gegend geht das Wasser aus. Wie die Tiere nach einiger Zeit feststellen werden, ist die Ursache hierfür ein riesiger Staudamm - gebaut um ein Luxusferienressort „im Einklang mit der Natur“ zu bauen.

In der Nähe von Grönland treibt ein Eisbär auf einer einsamen Scholle. Ein Leben auf dem festen Eis ist nicht mehr möglich, da der Klimawandel das Eis der Arktis schmelzen lässt.

Ein Reporter berichtet von der 167. Klimakonferenz am Rande von Grönland. Hierzu gehören natürlich Politiker, die sich mit besorgter Miene vor schmelzenden Eismassen ablichten lassen, um gleich anschließend in ihre Geländewagen zu steigen, um pünktlich die Eröffnung des Büffets zu erreichen.

Im pazifischen Ozean machen sich zwei Riesenschildkröten auf eine Reise ins Ungewisse, da ihr Lebensraum von auslaufendem Öl aus einem Tanker zerstört wurde.


Mit diesen Szenen beschreibt der Film, nachvollziehbar für Groß und Klein, die Auswirkungen menschlichen Handelns auf Natur und Tier sowie die Widersprüche zwischen politischen Erklärungen und realem Handeln.

Diese von Menschen verursachten Umweltzerstörungen führen all diese Tiere von verschiedenen Kontinenten auf verschlungenen Wegen ins Okavango-Delta. Ihrer Lebensgrundlage Wasser beraubt veranstalten sie dort eine große Konferenz der Tiere (die Analogie zu den Weltklimakonferenzen der Menschen ist unübersehbar) und beschließen, gemeinsam den Staudamm zu Fall zu bringen.

Mit der „Konferenz der Tiere“ ist den Machern ein weiterer Animationsfilm gelungen, der nicht nur unterhält, sondern aktuelle Probleme und Konflikte darstellt, ohne gleich die große Moralkeule zu schwingen. Ein sehenswertes 3-D-Abenteur.

Aus dem Film:
„Der Mensch ist wie eine Schlange, die ihren Schwanz frisst, um zu überleben.“
Michael PohlMichael Pohl, pohl@tagesblick.de
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