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Berlinale 2011: Die Internationale Jury
08.02.2011
Sechs "Geschworene" und ein Verurteilter
Unter dem Vorsitz von Isabella Rossellini entscheidet die Internationale Jury über die Vergabe des Goldenen und der Silbernen Bären sowie des Alfred-Bauer-Preises im Wettbewerb der 61. Berlinale. Ein Platz in der Siebenerrunde wird dabei demonstrativ leer bleiben: Der iranische Regisseur Jafar Panahi wird nicht nach Berlin kommen. Er wurde in seinem Heimatland vor kurzem zu sechs Jahren Haft und 20 Jahren Berufs- verbot verurteilt.

Isabella Rossellini gehört zu den bekann- testen Darstellerinnen des internationalen Kinos. In den vergangenen Jahren hat sie sich zudem als Produzentin und Regisseurin profiliert. Die Tochter der schwedischen Schauspielerin Ingrid Bergman und des italienischen Regisseurs Roberto Rossellini hat in über 40 Spielfilmen mitgewirkt und mit Regisseuren wie Robert Zemeckis, Joel Schumacher, Peter Weir, Abel Ferrara, Peter Greenaway, David Lynch oder John Schlesinger gearbeitet, mit dem sie 1992 in Berlin Und der Himmel steht still gedreht hat. Ihren internationalen Durchbruch feierte sie 1986 mit Lynchs Kultfilm Blue Velvet. Isabella Rossellini war erstmals 1994 als Haupt- darstellerin in Fearless - Jenseits der Angst bei der Berlinale zu Gast. 2005 präsentierte sie den Kurzfilm My Dad is 100 Years Old, eine Hommage an ihren Vater.
2007 kehrte sie als Kinoerzählerin in Guy Maddins Brand Upon the Brain! zurück und präsentierte 2008 ihr Regie-Debüt Green Porno über das Sexualleben von Insekten. Im Herbst 2010 hat sie unter der Regie von Julie Gavras die Liebeskomödie Late Bloomers mit William Hurt abgedreht.

Der mit internationalen Preisen überhäufte Regisseur, Autor und Produzent Jafar Panahi gab nach mehreren Kurz- und Doku- mentarfilmen mit Badkonake sefid (Der weiße Ballon) sein Kinodebüt, das ihm 1995 in Cannes die Camera d'Or einbrachte. Für Ayneh (Der Spiegel) gewann er 1997 den Goldenen Leoparden in Locarno, für Dayereh (Der Kreis) 2000 den Goldenen Löwen in Venedig. Bei der Berlinale erhielt er 2006 für Offside einen Silbernen Bären. In seinen Filmen setzt sich Jafar Panahi kritisch mit der sozialen Situation in seinem Heimatland auseinander. Kurz nachdem ihn die Berlinale in die Internationale Jury 2011 eingeladen hatte, wurde Panahi im Iran zu sechs Jahren Haft und 20 Jahren Berufsverbot verurteilt. Weltweit werden gegen dieses Urteil, das gegen die Meinungs- und Redefreiheit verstößt, Proteste laut. Die Berlinale hält am Jury-Platz für Jafar Panahi fest und setzt damit ein deutliches Zeichen dafür, dass sie seinen Freiheitskampf unterstützt.

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