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Am heutigen Sonntag hieß es Brille auf für gleich drei Filme in 3D. Besondere Aufmerk- samkeit gilt dabei Wim Wenders' Hommage an Pina Bausch und das Wuppertaler Tanz- theater. Der Film läuft auf im Wettbewerb außer Konkurrenz.
"Pina hatte die durchdringendsten Augen der Welt.“ "Sie hat etwas gesehen, vor dem ich Angst hatte, weil ich es noch nicht kannte.“ "Auch geschlossen sahen ihre Augen alles.“ Dieses Augenpaar, das ihre Tänzer zum Teil über 20 Jahre wohlwollend begleitete, ist geschlossen. Pina Bausch, die begnadete Tanzkünstlerin und Leiterin des Wuppertaler Tanztheaters, starb 2009. Aber wenn ihr Ensemble von ihr redet, dann ist sie noch da, ihre spirituelle Kraft, die Einfachheit und Liebe, die alle ihre Tänzer ihr zueignen, in fast religiöser Ehrfurcht, gleichsam als einer urmütterlichen Lichtgestalt. "Ich arbeite mit Engeln“, hat auch sie immer gesagt. Sie habe nichts vorgegeben, sondern gewartet, bis die Tänzer zu sich selbst und ihrem Potential fanden. Ihre einzige Forderung die Tänzer, die aus aller Welt zu ihr fanden, eine gar ein Tänzerkind in zweiter Generation: "Hör nie damit auf, dich immer weiter zu öffnen.“ Wen wundert's, dass Pinas Geist (besser: Spirit) immer noch alle Stücke inspiriert, die in Wuppertal entstehen.
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Schon zu ihren Lebzeiten plante Wim Wenders einen Dokumentarfilm über die Arbeit des Wuppertaler Tanzensembles. 2008 fing er an, mit Pina Bausch über die Realisierung dieses Projektes nachzu- denken, für dessen Umsetzung sie die Stücke "Café Müller“, "Le Sacre du Prin- temps“, "Vollmond“ und "Kontakthof“ aus ihrem Repertoire auswählte. Mit der zur gleichen Zeit weiterentwickelten 3D-Technik fand Wenders endlich auch die adäquate Form, um Pina Bauschs choreographischen Gesamtkunstwerken auf der Leinwand die nötige Raumtiefe zu geben. 3D erfordert den Dreh mit zwei Kameras und vielleicht sind die beiden Linsen ein wenig auch Pinas Augen.
"Pina hat mir beim Film über die Schulter geschaut“. sagt Wenders auf der heutigen Berlinale-Pressekonferenz. Trauerarbeit sei der Film gewesen, aber keine traurige Arbeit. Er habe sich hinter der Kamera komplett zurückgenommen und den Künstlern die Bühne überlassen. Hut ab vor soviel gelassener Bescheidenheit von Seiten eines Regisseurs, der viel über Movies weiß, die bewegten Bilder, der aber eingesteht, dass Pinas Verständnis von Bewegung seines weit übersteige.
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