Die elf Juroren der Generation Kplus ver- gaben heute Nachmittag im Haus der Kulturen der Welt die Gläsernen Bären für den besten Spielfilm bzw. Kurzfilm. "Der Liverpool-Torwart"“ und "Lily“ sind die Aus- erwählten.
Das diesjährige Programm der Generation Kplus bot eine durchweg sehenswerte Mischung aus witzig unterhaltsamen, aber auch anspruchsvollen, problemorientierten Filmen über Kinderträume und Lebens- herausforderungen. Darunter waren zwei Animationsfilme. Mit "Sampaguita - National Flower“ bewarb sich zum ersten Mal ein Dokumentarfilm über das schwere Leben und die großen Zukunftsträume der kleinen Blumenverkäufer in Manila um den Glä- sernen Bären.
Aus Norwegen kamen gleich drei Filme. Die Erwachsenenwelt aus den Augen des fre- chen Wurzelmännchens Knerten und seines Finders Lillebror erklärt zu bekommen, darauf freuten sich vor allem die jüngsten Generation-Gucker. Mit "Knerten traut sich“ präsentiert Regisseur Martin Lund die Fortsetzungsgeschichte seines letztjährigen Berlinale-Films "Mein Freund Knerten“. Der Holzkopf und der Kindskopf wollen den Schuldigen an Mamas Fahrradunfall finden, müssen sich aber letztendlich an die eigene Nase fassen. |
Ach ja, das Töpfchen-Deckelchen-Spiel, die erste Liebe, spielt - wie bei sehr vielen Generation-Filmen - auch hier eine wichtige Rolle. Im zweiten Film aus Norwegen, "Jørgen + Anne = Für immer“, sogar die zentrale.
Im dritten Film aus Norwegen, "Der Liverpool-Torwart“ geht es zunächst mal um Fußball, besser gesagt um die Angst vorm Fußballspielen, die den 13jährigen Jo umtreibt. Er ist ein Fatalist und hat genügend Fantasie, um sich das Schlimmste auszumalen. Sport ist Mord, also geht er lieber auf Nummer sicher. Jos ganzes Glück wäre es, die rare Fußballsammelkarte mit dem Torwart des FC Liverpool zu ergattern. Als Mari neu in die Klasse kommt, entwickelt der schüchterne Junge plötzlich ganz neue Glücksvorstellungen. No risk, no love, auch wenn er zunächst einmal wie ein begossener Pudel dasteht.
Die mit einem sympathischen Haupt- darsteller besetzte und augenzwinkernd-phantasievoll erzählte Geschichte um Lebensängste und Heldenbilder gewinnt den Gläsernen Bären. Die Begründung der Kinderjury fällt kurz und bündig aus: "Die lustige Geschichte, von jungen Schau- spielern packend umgesetzt, hat uns zum Lachen gebracht. Durch eine große Liebe wird ein Außenseiter zum Helden.“
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