Zwei Jahre nach „Antichrist“ fesselt uns der Regisseur Lars von Trier wieder mit seinem Film „Melancholia“, der mal auf ganz andere Weise auf das Ende der Welt blicken lässt. Dabei handelt es sich nicht um einen typischen Katastrophenfilm, da die Unausweichlichkeit von Anfang an spürbar ist. Er gewährt uns tiefe Einblicke in die seelischen Abgründe seiner Protagonistin Justine, die stark depressiv ist. Das tiefgreifende Drama feierte im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes seine Weltpremiere.
Justine heiratet auf dem Schloss Ihrer Schwester Claire, doch das Fest steht unter keinem guten Stern, und zwar wortwörtlich: der Planet „Melancholia“ rast auf die Erde zu und man ist sich unsicher, ob es zu einer Kollision kommen wird. Auf der Hochzeit kommt es zu einer Verkettung unglücklicher Umstände, denn alle haben unter Justine‘s schnell schwankenden Launen zu leiden. Ihre Depression nimmt stark zu und sie zieht zu ihrer Schwester aufs Schloss, wo sich beide auf ganz unterschiedliche Weise auf den Weltuntergang vorbereiten.
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Der Film beginnt mit der Ouvertüre zu Wagners „Tristan und Isolde“, was der bildgewaltigen Anfangsszene noch mehr Intensität verleiht, aber auch eine sehr düstere und hoffnungslose Stimmung verbreitet. Denn alles was folgt, läuft nur noch in Richtung großer Knall. Die Filmaufnahmen wirken vor allem zum Ende hin sehr strahlungskräftig, allerdings verursacht die Handkamera zu Anfang etwas Kopfschmerzen. Trotz der unglaublich emotionalen schauspielerischen Leistung von Kirsten Dunst (Justine), wirkt diese extreme Melancholie leicht verstörend und manche Szenen im Film wirken zäh, bei der 40 minütigen Überlänge.
Lars von Trier ist es gelungen, ein mitreißendes Meisterwerk zu schaffen, das Herzklopfen auslöst und tief berührt. Die atemberaubende Endszene lässt den Weltuntergang ergreifend schön aussehen und obwohl man die Apokalypse zu sehen bekommt, verlässt man den Kinosaal mit einem guten Gefühl.
Autorin: Elena Kluge |